Lkw können ab November wieder fahren

Schiersteiner Brücke: Baufirma soll Schaden ersetzen

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Im Februar hatten sich wegen eines Bauunfalls ein Pfeiler und die Fahrbahn der Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz gesenkt. Deshalb musste sie bis zum 12. April komplett gesperrt werden.

Mainz - Einem Gutachten zufolge steht die Ursache für den Bauunfall an der viel befahrenen Schiersteiner Brücke fest: Die Baufirma soll eine falsche Bohrmethode gewählt haben. Nun muss geklärt werden, ob sie Schadensersatz zahlen muss.

Konkret geht es um das Einbringen sogenannter Mikropfähle an der Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz. Im Untergrund seien Auflockerungen im Baugrund entstanden, „die zur Sackung unterhalb des Fundaments der Achse 33 Ost geführt haben und infolgedessen zur Schiefstellung von Fundament und Stütze“, heißt es in dem Gutachten. Im Bereich der Achse bestehe der Baugrund aus gesteinsharten Kalksteinbänken und dazwischen liegenden sandigen und feinkörnigen Böden. Die Beschaffenheit sei bekannt und Grundlage der Ausschreibung gewesen. „Für diesen örtlichen Bereich muss man das gewählte Bohrverfahren deshalb als ungeeignet bezeichnen, und es hätte durch ein anderes Herstellungsverfahren ersetzt werden sollen“, so das Gutachten. Durch die hohen Drücke der Luftspülung sei es zu einem Bodenaustrag gekommen.

Das Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz forderte bei der Vorstellung des unabhängigen Berichts im Innen- und Verkehrsausschuss des Landtags gestern eine Schadensersatzzahlung der zuständigen Baufirma. Man warte nun auf die Antwort des Auftragnehmers, dessen Versicherung und Rechtsbeistands ab, sagte Minister Roger Lewentz (SPD) bei der Vorstellung des Gutachtens. Grundsätzlich ist der Bund der Träger des Bauprojekts. Am 10. Februar hatten sich ein Pfeiler und die Fahrbahn der Brücke gesenkt, es folgte eine zweimonatige Sperrung. Die vorgelagerte Brücke der viel befahrenen A 643 sollte im Zuge des Neubaus der Hauptbrücke mit Stützen verstärkt werden. Die CDU-Landtagsfraktion bekräftigte in einer Mitteilung ihre Kritik an der Landesregierung. Sie habe falsch geplant, weil sie sich „aus ideologischen Gründen dem sechsspurigen Ausbau der Schiersteiner Brücke verweigert“ habe.

Sperrung der Schiersteiner Brücke

Ein Lkw-Leitsystem verhindert derzeit die Auffahrt schwerer Lastwagen auf das notdürftig reparierte Bauwerk. Nun sollen früher als geplant auch wieder diese Lastwagen von mehr als 3,5 Tonnen freie Fahrt haben. Wie Lewentz mitteilte, soll die Fahrbahn voraussichtlich im November freigegeben werden. Zunächst war von Ende des Jahres die Rede. Vom 9. Oktober, 22 Uhr, bis zum 12. Oktober, 5 Uhr, wird die Schiersteiner Brücke aufgrund der Bauarbeiten allerdings nochmals zwischen den Anschlussstellen Mainz-Mombach und Wiesbaden-Äppelallee voll gesperrt.

Quelle: op-online.de

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