Polizist erschießt Randalierer: Streit mit der Ex-Frau schuld?

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Experten der Spurensicherung des Landeskriminalamtes (LKA) Wiesbaden untersuchen in Nieder-Eschbach bei Frankfurt einen Geländewagen com Typ "Jeep".

Frankfurt - Schusswechsel in Frankfurt: Heute morgen wurde ein Randalierer auf der Straße von einem Polizisten erschossen. Nun gab die Polizei die Hintergründe zu dem tragischen Vorfall bekannt.

Kurz vor einem Gerichtstermin über Unterhaltsstreitigkeiten ist ein Mann vor der Wohnung seiner Ex-Frau in Frankfurt von einem Polizisten erschossen worden. Der 48-Jährige hatte zuvor heute morgen im Stadtteil Nieder-Eschbach auf einen Polizeibeamten gefeuert und ihn lebensgefährlich verletzt. Das teilten das Landeskriminalamt in Wiesbaden und die Staatsanwaltschaft in Frankfurt mit.

Randalierer bedrohte seine Ex-Frau

Experten der Spurensicherung des Landeskriminalamtes (LKA) Wiesbaden untersuchen in Nieder-Eschbach bei Frankfurt einen Geländewagen com Typ "Jeep".

Die Polizisten waren ausgerückt, weil der 48- Jährige vor der Tür des dreistöckigen grauen Mehrfamilienhauses seiner Ex-Frau randaliert hatte. Zwischen sechs Uhr und 6.30 Uhr war bei der Polizei ein Notruf mit dem Hinweis eingegangen, dass die 44-Jährige von ihrem Ex-Mann bedroht wurde. Als eine Polizeistreife am Tatort eintraf und den Mann, der inzwischen in seinem Auto saß, kontrollieren wollte, habe dieser sofort das Feuer auf die beiden Beamten eröffnet, teilte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu mit. Daraufhin sei es zu einem Schusswechsel mit den Polizisten gekommen. Die ehemaligen Eheleute sollten am selben Tag zu einer mündlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht Frankfurt wegen eines Unterhaltsstreits erscheinen. Der genaue Tathergang stand zunächst nicht fest. Auch war unklar, wer wie oft geschossen hatte.
Erkenntnisse darüber erhofften sich die Ermittler von der Obduktion der Leiche. Friedel Lauer, eine 70 Jahre alte Nachbarin, hatte am Morgen laute Schreie gehört und war zum Fenster ihrer Wohnung geilt. „Dann habe ich mindestens sieben Schüsse gehört. Fünf ganz schnell nacheinander und dann bestimmt noch mal zwei“, berichtet sie. Sie habe auch beobachtet, wie ein Mann rief: „Der Täter liegt schwer verletzt am Boden“. Danach sei der Mann über den Zaun zurück in einen Vorgarten gesprungen. Die Straße, in der sich die Tat abspielte, wirkte nach den Schüssen wie ausgestorben.

Bewohner trauen sich nachts nicht aus dem Haus

Nur die Männer in weißen Ganzkörperanzügen und blauen Handschuhen der Spurensicherung und einige Anwohner durften die weiträumig abgesperrte Straße passieren. Auch in den angrenzenden Straßen mit ihren Wohnblocks waren nur wenige Bewohner unterwegs zum Einkaufen. Mehrere beschrieben diesen Abschnitt des 12.000-Einwohner-Stadtteils im Norden Frankfurts als problematisch und massive Streitereien als nichts Ungewöhnliches. „Die Polizei ist doch dauernd hier“, sagte Friedel Lauer. Und ihre Nachbarin Erika Dittrich (72) sagt: „Wenn es dunkel wird, gehe ich nicht mehr raus.“ dpa

Quelle: op-online.de

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