Hessen verstärkt zudem Kampf gegen Salafisten

Erneute Schleierfahndung: Beamte kontrollieren auf der A45

Dillenburg/Wiesbaden - Nach den Terroranschlägen in Paris hat die Polizei in Hessen heute erneut mit einer Schleierfahndung nach islamistischen Terrorverdächtigen Ausschau gehalten. Zudem verstärkt das Land Hessen seinen Kampf gegen Salafisten.

Mit einer weiteren Schleierfahndung hat die Polizei in Mittelhessen nach verdächtigen Personen Ausschau gehalten. Die Beamten kontrollierten heute auf der Autobahn 45 bei Dillenburg Fahrzeuge und Insassen, wie ein Polizeisprecher in Gießen berichtete. Ausgesucht würden diese „nach bestimmten Kriterien“. Ins Netz gingen den Beamten unter anderem ein Mann aus Polen mit einem gefälschten Pass sowie ein Fahrer unter Kokaineinfluss. Zudem fanden die Beamten in zwei Wagen mutmaßliche Diebesbeute: 1000 Zigarettenschachteln in dem einen sowie diverse Handys und Computer in dem anderen Auto.

Nach den Terroranschlägen von Paris hatte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) stärkere Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen im Land angekündigt. Bereits am Dienstag hatte es eine Schleierfahndung auf der A5 bei Homberg (Ohm) gegeben, am Montag war in Frankfurt (Razzia in Wohnung von mutmaßlichem Islamisten) kontrolliert worden.

Hessen verstärkt nach Terroranschlägen Kampf gegen Salafisten

Hessen verstärkt zudem nach den Terroranschlägen von Paris seinen Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. „Die feigen Anschläge in Paris haben gezeigt, dass von radikalen Salafisten und islamistischen Terroristen eine hohe Gefahr für die innere Sicherheit ausgeht“, sagte der Minister Peter Beuth in Wiesbaden bei der Präsentation des Verfassungsschutzberichtes für das Jahr 2014. Das gelte für Frankreich genauso wie für Deutschland. Die Beobachtung der Szene durch die Nachrichtendienste, aber auch die Präventionsbemühungen durch den Verfassungsschutz seien daher von herausragender Bedeutung, um frühzeitig mögliche Gefahren zu erkennen und zu unterbinden. Vor allem junge, für die Propaganda der Salafisten anfällige Menschen müssten gezielt aufgeklärt werden, betonte Beuth.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Sicherheitsbehörden bleibe aber, die Ausreise von radikalisierten Islamisten nach Syrien und den Irak zu verhindern. In Hessen habe die Zahl der Salafisten von 1200 im Jahr 2013 auf 1500 im Vorjahr und aktuell etwa 1650 zugenommen, erklärte der Innenminister. Mit 69 sei die Zahl der islamistischen Straf- und Gewalttaten im Vorjahr leicht gestiegen. Derzeit lägen Erkenntnisse zu etwa 125 Islamisten aus Hessen vor, die in Richtung Syrien und den Irak gereist sind, um dort aufseiten der die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an Kampfhandlungen teilzunehmen.

dpa

Quelle: op-online.de

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