Prozess um Zuhälterei mit Voodoo-Zauber

Frankfurt - Eine Schleuser-Bande muss sich vor dem Landgericht Frankfurt wegen Menschenhandel und Zuhälterrei verantworten. Zuvor wurden vier Frauen aus Nigeria in deutschen Bordellen ausgebeutet. Die Frauen mussten vor Voodoo-Priester „unbedingten Gehorsam“ geloben.  

Sogar „Voodoo“-Bräuche sollen sie angewandt haben, um ihre Opfer in Schach zu halten: Drei Frauen und ein Mann müssen sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt verantworten, weil sie dafür gesorgt haben sollen, dass vier Frauen aus Nigeria in deutschen Bordellen ausgebeutet wurden.

Die Angeklagten im Alter zwischen 31 und 38 Jahren sollen außerdem viele Nigerianer über den Libanon, die Türkei und Griechenland nach Deutschland geschleust haben. Bei den strapaziösen Bootstransporten von der Türkei nach Griechenland seien viele Menschen im Meer ertrunken oder an Entkräftung gestorben, hieß es in der Anklageschrift.

Die Vorwürfe lauten auf umfangreiche Verstöße gegen das Ausländergesetz sowie Menschenhandel und Zuhälterei. Bevor die jungen Nigerianerinnen den Weg nach Deutschland antraten, mussten sie laut Anklage zu Voodoo-Priestern gehen und dort „unbedingten Gehorsam“ geloben. Ansonsten würden sie „schlimme körperliche Gebrechen oder sogar den Tod“ erleiden, wurde ihnen von den Priestern prophezeit. In Deutschland mussten sie schließlich im Bordell „Schleuserkosten“ bis zu 60.000 Euro „abarbeiten“.

Der Prozess war im September zum ersten Mal eröffnet worden, er musste jedoch abgebrochen werden, nachdem der Vorsitzende Richter von einem Baum gefallen und längere Zeit krankgeschrieben war. Die neuen Termine reichen nun vorerst bis Mitte Dezember.

dpa

Quelle: op-online.de

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