Schmiergeld-Prozess um Fracht-Immobilien beginnt

+

Frankfurt - Im Sommer 2013 schlugen die Ermittler mit einer Großrazzia zu. Nun stehen die Spitzen eines mutmaßlichen Korruptionsnetzwerkes am Frankfurter Flughafen vor Gericht. Die Geschäftsleute sollen Grundstücke für Millionen verschoben haben. Von Christian Ebner

Um illegale Grundstücksgeschäfte beim Ausbau des Frankfurter Flughafens geht es bei einem Prozess, der an diesem Dienstag (10. Februar) vor dem Landgericht Frankfurt beginnt. Angeklagt sind fünf Geschäftsleute, die bei der Vergabe von Erbbaurechten in der „Cargo City Süd“ ein korruptes System aufgebaut haben sollen. Im Zentrum agierte der Anklage zufolge ein inzwischen längst entlassener Manager des Flughafenbetreibers Fraport.

Der Mann hat bis zum Jahr 2008 bei Fraport die Vorstandsvorlagen für die Vergabe einzelner Grundstücke erarbeitet und später auch die entsprechenden Verträge abgeschlossen. Die Grundstücke auf der stillgelegten US-Airbase waren offenbar so attraktiv, dass sich Investoren darum rissen. Mit verdeckten Schmiergeldzahlungen an den Fraport-Verantwortlichen sollen einige bei der Vergabe nachgeholfen haben.

Die Ermittler gehen von einem Schaden von rund drei Millionen Euro aus. Neben dem Flughafen-Manager sitzen mit Ardi Goldmann und Jürgen Harder zwei regional sehr bekannte Immobilienentwickler sowie zwei weitere Beschuldigte mit auf der Anklagebank.

OP-Leser zu Gast bei Lufthansa-Cargo

Bei der ersten Razzia im Juli 2013 waren im Bundesgebiet und in Liechtenstein 28 Wohnungen und Büros durchsucht worden, unter anderem eine repräsentative Villa an der Frankfurter Kennedy-Allee. Laut Staatsanwaltschaft waren damals 200 Polizisten und 14 Staatsanwälte im Einsatz. Sie sollten auch Vermögensgegenstände im Millionenwert sichern, die zum Schadensausgleich verwendet werden sollten. Im Oktober 2013 hatte es eine zweite Razzia in Norddeutschland gegeben.

Im Falle einer Verurteilung wegen eines schweren Falls der Bestechlichkeit oder Bestechung im geschäftlichen Verkehr drohen den Angeklagten Haftstrafen zwischen drei Monaten und fünf Jahren. Der M-Dax-Konzern Fraport, dessen Geschäftsräume ebenfalls durchsucht worden waren, hat nach eigenen Angaben die Ermittlungen unterstützt.

OP-Leser zu Gast bei Lufthansa-Cargo

OP-Leser bei Lufthansa Cargo

In der 1996 eröffneten „Cargo City Süd“ sind nach Fraport-Angaben mehr als 200 Luftfrachtunternehmen beheimatet. Die Grundstücke wurden zumindest teilweise per Erbbaurecht an die Unternehmen vergeben. Derzeit wird eine Erweiterung der 98 Hektar großen Fläche um weitere 27 Hektar vermarktet. Das Gericht hat vorerst bis zum 14. April zwölf Verhandlungstermine angesetzt.

dpa

Quelle: op-online.de

Kommentare