Angeklagte packen aus

Schmiergeldgeschäfte am Frankfurter Flughafen

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Frankfurt - Es geht um illegale Grundstücksgeschäfte und Schmiergelder in Millionenhöhe: Im Prozess um die Verschiebung von Flächen am Frankfurter Flughaften haben weitere Angeklagte ausgepackt.

Im Prozess um millionenschwere Schmiergeldzahlungen beim Ausbau des Frankfurter Flughafens haben zwei weitere Angeklagte Teilgeständnisse abgelegt. Der Immobilienentwickler Jürgen Harder bezeichnete es als "großen Fehler", sich auf die Grundstücksgeschäfte in der "Cargo City Süd" eingelassen zu haben. Er habe geahnt, dass nicht alles mit rechten Dingen zugehe, sagte der 55-Jährige am Freitag während des zweiten Verhandlungstages vor dem Frankfurter Landgericht.

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"Der Fehler tut mir leid. Ich übernehme die volle Verantwortung." Zuvor hatte bereits Harders Partner berichtet, wie er ein System mit Scheinrechnungen einer Liechtensteiner Firma eingerichtet habe, um die illegalen Zahlungen zu verdecken. Das sei eine "hirnrissige Idee" gewesen und er habe die fälligen Steuern inzwischen nachgezahlt, erklärte der 54-jährige. Auf die Schmiergelder selbst habe er keinen Einfluss gehabt, sagte der Immobilienkaufmann, der zuvor von einem ebenfalls angeklagten Makler belastet worden war.

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Voraussichtlich am kommenden Dienstag (24.2.) will sich der ebenfalls angeklagte Frankfurter Projektentwickler Ardi Goldman zu den Vorwürfen äußern. Er steht zudem im Verdacht der Verdunkelung, weil er möglicherweise direkt oder über Mittelsmänner Kontakt zu dem Makler nach dessen Untersuchungshaft aufgenommen haben soll. Dies hatte der Makler dem Gericht mitgeteilt. Nur der mutmaßliche Haupttäter, ein früherer Fraport-Manager, der die Grundstücke verschoben haben soll, will zunächst schweigen. Insgesamt sollen in dem Fall für die bevorzugte Vergabe von Erbbaugrundstücken rund sechs Millionen Euro Schmiergeld geflossen sein.

Ardi Goldman vor dem Landgericht in Frankfurt

Ardi Goldman vor dem Landgericht in Frankfurt

dpa

Quelle: op-online.de

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