Heftiger Schneefall verursacht massive Verkehrsprobleme

Offenbach/Frankfurt (baw/dpa) - Heftiger Schneefall hat gestern Abend im Rhein-Main-Gebiet massive Verkehrsprobleme ausgelöst. Die A661 war stellenweise fünf Stunden gesperrt - Lkw hatten sich auf der Fahrbahn quer gestellt.

Vor allem auf Nebenstraßen ging nichts mehr. Die Polizei registrierte massenweise Unfälle, die aber nach einem ersten Überblick glimpflich ausgingen.

Auf der A661 in Höhe Neu-Isenburg stellten sich gegen 20 Uhr mehrere Lkw quer und versperrten so die Fahrbahn. Bis etwa 1 Uhr in der Nacht dauerten die Aufäumarbeiten des Winterdienstes an, der Streckenabschnitt zwischen Neu-Isenburg und Dreieich in Richtung Egelsbach musste in diesem Zeitraum gesperrt werden.

Zwischen Offenbach und Heusenstamm stoppte ein unter der Schneelast umgestürzter Baum den Verkehr. Die Feuerwehr musste das Hindernis aus dem Weg räumen. Im Kreisgebiet mussten mehrere umgestürzte Bäume von der Feuerwehr weggeräumt werden. Doch es kam zu keinen gravierenden Unfällen im Kreis Offenbach, so die Polizei.

Eine Vielzahl von Autofahrern kam auf den Bundes- und Landesstraßen ins Rutschen und landete in den Straßengräben. Glücklicherweise hatte sich bei den Schlitterpartien niemand ernsthaft verletzt. Größere Sachschäden waren, laut Polizei, nicht zu verzeichnen.

Verspätungen im öffentlichen Verkehr

Besonders betroffen von den massiven Schneefällen waren der Rheingau-Taunuskreis und der Hochtaunuskreis. Landstraßen wurden wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Lastwagen standen quer, Autos rutschten in den Graben. Der Hochtaunuskreis alarmierte nach eigenen Angaben noch in der Nacht einen Krisenstab, der die Einsätze der Rettungsdienste koordinieren sollte.

Im Fernverkehr der Bahn kam es nach Angaben eines Sprechers zu Verspätungen, weil die Züge aus Sicherheitsgründen nicht schneller als 160 Stundenkilometer fahren durften. Der Regional- und Nahverkehr lief am Donnerstagmorgen unterdessen planmäßig an. „Es läuft bislang alles sehr stabil“, sagte der Sprecher.

250 Flüge wurden annulliert

Wegen starker Schneefälle ist Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt in der Nacht zum Donnerstag für vier Stunden komplett gesperrt worden. „Wir mussten insgesamt rund 250 Flüge annullieren und 40 Flüge umleiten “, sagte der Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, Gunnar Scheunemann, am Morgen der Nachrichtenagentur dpa.

Der Flughafen war von 22.09 am Mittwoch bis 2.17 Uhr am Donnerstag gesperrt. „Jetzt ist der Flughafen wieder geöffnet“, sagte Scheunemann. „Wir haben noch 45 Maschinen, die jetzt rauswollen.“ Allerdings stehe bis auf weiteres nur eine Flugbahn zur Verfügung. Grund für die Behinderungen waren die starken Schneefälle, die die Nutzung der Landebahnen unmöglich machten. Flugzeuge hätten nicht richtig bremsen können, sagte der Fraport-Sprecher.

Gestrandete Fluggäste bemängeln Kommunikation

Der Winterdienst sei aber die gesamte Zeit im Einsatz gewesen. Nach Angaben des Flughafensprechers Jürgen Harrer waren 2000 bis 3000 Passagiere am Flughafen gestrandet. Für sie seien Feldbetten und Decken bereitgestellt worden, auch Snacks und Getränke. Teilweise schliefen die Menschen auf ihren ausgebreiteten Kleidungsstücken, auf Zeitungspapier oder auf den Gepäckbändern von Abfertigungsschaltern.

Einige gestrandete Fluggäste widersprachen diesen Angaben jedoch und kritisierten den Mangel an Kommunikation. „Es gibt keine Informationen, kein Hotel, kein Essen, kein Taxi“, sagte der 22 Jahre alte Geschäftsmann Felcuk Bag. Rund 12 Stunden hatte er am Airport verbracht. Bag wollte ursprünglich von Berlin über Frankfurt nach Istanbul weiterfliegen. Er müsse eigentlich zu einem Geschäftstermin in die Türkei. Schlafen konnte Bag nicht. „Es geht mir sehr schlecht.“ Der Flughafensprecher Harrer rät allen Passagieren, sich mit den Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften in Verbindung zu setzen.  

Ausverkauftes Shakira-Konzert fällt Schnee zum Opfer

11.000 Fans warteten vergeblich: Das ausverkaufte Shakira-Konzert am Mittwochabend in der Festhalle Frankfurt wurde wegen Schneechaos' abgesagt. Die kolumbianische Sängerin blieb in Paris stecken. Ausgerechnet auf ihrer Tour mit dem Motto „Here Comes The Sun“ (Die Sonne kommt raus) fiel das Konzert dem Winterwetter zum Opfer. „11.000 enttäuschte Zuschauer in der ausverkauften Festhalle mussten mit der Absage des Konzertes konfrontiert werden“, teilte die Marek Lieberberg Konzertagentur mit. „Künstlerin und Veranstalter bemühen sich mit Nachdruck um einen Frankfurter Ersatztermin, der möglicherweise erst im Frühjahr 2011 stattfinden kann“, hieß es in der Nacht zum Donnerstag.

Shakira habe am Mittwochnachmittag von Paris zu ihrem Auftritt nach Frankfurt fliegen wollen, als sie von dem plötzlichen Wintereinbruch überrascht wurde: „Sämtliche Flüge in der französischen Hauptstadt wurden annulliert und die Künstlerin saß stundenlang auf der Runway fest.“ Die Hoffnung auf einen späteren Flug sei geschwunden, als das Unwetter über Frankfurt hereinbrach, die Landebahnen lange gesperrt und dann lediglich die Südbahn gegen 22 Uhr wieder mit verminderter Flugzeugdichte geöffnet werden konnte.

Um einen Ersatztermin für das ausgefallene Konzert würden sich Künstlerin und Organisatoren kurzfristig bemühen. Sollte dieser nicht gefunden und das Konzert ersatzlos abgesagt werden, erhielten Fans ihr Eintrittsgeld von der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurück. Zwei weitere Deutschlandkonzerte des kolumbianischen Superstars sind an diesem Donnerstag (9. Dezember) in Berlin und am 11. Dezember in Köln geplant.

Quelle: op-online.de

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