Laserverbindung von Satellit zu Satellit

Schon wieder Jubel im Darmstädter Kontrollzentrum

Darmstadt - Rund zwei Wochen nach der Landung auf dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko leisten die Europäer erneut Pionierarbeit. Der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) gelang jetzt erstmals in dieser Form die erfolgreiche Laserverbindung von Satellit zu Satellit. Von Axel Wölk

Um Punkt 15. 09 Uhr hieß es aus dem Darmstädter Kontrollraum: „Wir können den Empfang des Signals bestätigen. “ Politikern, ESA-Funktionären, Wissenschaftlern und Unternehmensvertretern jubeln.

Die Übertragung per Laser bietet gegenüber den üblichen Radiowellen einige wichtige Vorteile. So ist diese Verbindung weitaus sicherer und stabiler. Außerdem werden die Daten schneller übermittelt. Größter Pluspunkt ist nämlich die Datenmenge. „Statt 300 Megabyte lassen sich 1,8 Gigabyte übertragen. Wir treten im All praktisch ins Glasfaserzeitalter ein“, schwärmt Matthias Motzigemba vom Stuttgarter Technologieunternehmen Tesat, das die Lasertechnik zusammen mit dem Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus entscheidend mitlieferte. Das neue System sende die Daten 200.000-mal schneller als die Raumsonde Rosetta vom Kometen „Tschuri“, fügt ESA-Direktor und Ex-Astronaut, Thomas Reiter, an.

„Wir haben eine Revolution gestartet“, jubelt das Vorstandsmitglied der Deutschen Luft- und Raumfahrtgesellschaft, Gerd Gruppe. Es könne sich nunmehr ein neuer Standard in der Satellitenkommunikation herausbilden. Experten berichten über ein lebhaftes Interesse der US-Raumfahrtbehörde Nasa und auch der Japaner. „Die Übertragung in Echtzeit rettet Menschenleben“, beschreibt Gruppe den direkten Nutzen. Bei Naturkatastrophen wie Überflutungen können die Wissenschaftler künftig um bis zu 40 Minuten früher Alarm schlagen.

Mit dem Satelliten Alphasat befindet sich noch eine Testversion in der Erdumlaufbahn. Aber im Sommer soll das endgültige Gerät per Trägerrakete ins All geschossen werden. Rund 15 Jahre lang dürfte das System dann im Einsatz sein. Die Kosten für die Infrastruktur des European Data Relay Satellite System (EDRS) beziffert ESA-Direktorin Magali Vaissiere mit 500 Millionen Euro. Ein Drittel dieser Kosten brachten Privatfirmen auf, die sich umfangreiche kommerzielle Anwendungen erhoffen.

Quelle: op-online.de

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