Monopol-Aus: Schornsteinfeger erweitern Angebot

Frankfurt - Die hessischen Schornsteinfeger wollen sich nach dem schrittweisen Wegfall ihres Monopols ein zweites Standbein schaffen und vermehrt als Berater tätig werden.

Weil auf dem Kaminkehrer-Markt seit zwei Jahren EU-weiter Wettbewerb herrscht, hat der hessische Landesinnungsverband (LIV) 300 seiner rund 1150 Schlotfeger zu Energieberatern fortgebildet. „Alles, was mit Energie zu tun hat, ist Zukunft“, sagte der Landesinnungsmeister des LIV, Hans-Werner Schech, heute in Frankfurt. Die Schornsteinfeger in Deutschland hatten früher jeweils einen eigenen Bezirk, im dem nur sie tätig sein durften. Diese Regelung fällt bis Anfang 2013 weg.

Seit November 2008 dürfen EU-Feger in Deutschland kehren

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Mehr Wettbewerb bedeutet für die Männer in Schwarz, dass sie ihre Dienstleistungen dann auch in fremden Bezirken anbieten können. Schon seit November 2008 dürfen EU-Feger in Deutschland kehren - auch wenn das in Hessen laut LIV bislang kaum jemand nutzt. Verschärfen könnte sich der Wettbewerb allerdings, wenn von 2013 an auch die deutschen Kollegen nicht mehr auf ihren Bezirk festgelegt sind. Lediglich die behördliche Überwachung und die Ausstellung des neuen Feuerstättenbescheids bleibt dann allein Aufgabe des Bezirksschornsteinfegers. Diese Neuerungen seien jedoch „zeitgemäß“, sagte Harry Kieper, Technik-Vorstand des LIV.

Änderungen gibt es auch für die Kunden

Änderungen gibt es auch für die Kunden. Sie sind künftig in der Pflicht, die Wartung und Kontrolle ihrer Feuerstelle zu organisieren. Früher ging die Initiative vom Schornsteinfeger aus. Beim LIV glaubt man allerdings, dass schon dieser Mehraufwand viele Eigentümer davon abhält, einen neuen Kaminkehrer zu suchen. Die jährlichen Handwerker-Kosten für ein Ein-Familien-Haus liegen den Angaben zufolge bei etwa 50 bis 60 Euro.

Wussten Sie schon, dass...? Schornsteinfeger brachten früher wirklich Glück

Wussten Sie schon, dass Schornsteinfeger früher wirklich Glück gebracht haben? Als im Mittelalter in fast jedem Haus ein Feuer zum Heizen und Kochen brannte, war das Risiko groß, dass sich dieses Feuer in der Wohnstube ausbreitet und sogar einen Großbrand auslöst. Nur wenn regelmäßig der Kaminkehrer kam, um den Ruß aus dem Schornsteinen zu entfernen, war die Feuerstelle sicher - und die Menschen glücklich.

Quelle: op-online.de

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