Schreiner prellt alte Leute: 15 Monate auf Bewährung

Frankfurt - Ein Schreinerei-Unternehmer hat mehrere Senioren auf dreiste Art und Weise übers Ohr gehauen... Und hat nun vom Gericht die Quittung bekommen.

Der Mann bleibt zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt - das Landgericht Frankfurt verwarf am Donnerstag die Berufung des in erster Instanz vom Amtsgericht Verurteilten. Der Angeklagte hatte gute Gründe, dem Berufungsverfahren fernzubleiben: Vor der Türe des Gerichtssaals wartete bereits ein Gerichtsvollzieher, der den insolventen Unternehmer festnehmen und zu einem Offenbarungseid veranlassen wollte.

Der 52 Jahre alte Angeklagte hatte in drei Fällen alte Leute übers Ohr gehauen, die sich auf eine Zeitungsannonce hin an ihn gewandt hatten, in der er umfassende Dienstleistungen anbot. In einem Fall baute er einer 81-jährigen mehrere teure Rollläden ein, obwohl er ursprünglich nur wegen einer kleineren Reparatur an einem der Rollläden gerufen worden war. Dafür verlangte der Angeklagte in Vorauskasse 8600 Euro, die er auch erhielt. Da dies aber das Zweieinhalbfache des regulären Preises war, brachte es dem 52-Jährigen auch eine Verurteilung wegen Wuchers ein.

Mehrere Tage ohne Toilette

In einem anderen Fall schwatzte er einem 80-Jährigen neue Küchen- und Toiletteneinrichtungen auf, obwohl er ursprünglich nur den Schlauch der Waschmaschine erneuern sollte. Als die Tochter des Mannes davon Wind bekam und die Zahlung der geforderten 15.000 Euro verhinderte, baute der Angeklagte die Sachen einfach wieder aus, so dass der 80-Jährige mehrere Tage ohne Toilette auskommen musste. In einem dritten Fall ging es ebenfalls um überteuerte und überflüssige Rollläden.

dpa

Quelle: op-online.de

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