Nach Angriff mit Messer muss Schüler ins Gefängnis 

Frankfurt - Einige Jahre im Gefängnis muss ein Schüler für einen lebensgefährlichen Angriff mit einem Messer verbringen.

Für die Attacke auf einen Mitbewohner in einem Frankfurter Problemviertel ist ein 20 Jahre alter Schüler am Donnerstag zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Frankfurt rechnete allerdings die in gleicher Sache bereits in Haft abgesessene Zeit von knapp zwei Jahren nicht an, so dass die Freiheitsstrafe insgesamt rund sechseinhalb Jahre beträgt.

Der Angeklagte, der Anfang 2008 im Zusammenhang mit Ausschreitungen gegen einen Frankfurter U-Bahn-Fahrer bekanntgeworden war, war Ende Juli des gleichen Jahres wegen einer anderen Sache mit dem Mitbewohner in Streit geraten. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft fühlte sich der Schüler in der Problemsiedlung offenbar als eine Art „Sheriff“, der andere Bewohner nach Belieben züchtigte. Seinem Kontrahenten stach er mit dem Messer zehn Zentimeter in die rechte Seite, so dass der Mann nur mit Glück überlebte.

Nun geht es um versuchten Totschlag

In einem ersten Prozess hatte das Landgericht den Angeklagten im Januar 2009 zu insgesamt fünf Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil jedoch auf. Der neue Schuldspruch lautet nunmehr auf versuchten Totschlag und hat eine längere Gesamtstrafe zur Folge.

Bei wuchtigen Stichen in den Oberkörper eines Menschen sei stets von einem bedingten Tötungsvorsatz und damit von Totschlagsversuch auszugehen, so der Vorsitzende Richter im Urteil. Der Angeklagte hatte sich im März 2008 bereits wegen der Misshandlung des U-Bahn-Fahrers vor der Justiz zu verantworten. Das Jugendgericht setzte dieses Verfahren jedoch wegen zahlreicher anderer Strafverfahren gegen ihn nicht fort.

dpa

Quelle: op-online.de

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