G8-Systemfehler

Kommentar: Schüler müssen es ausbaden

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Peter Schulte-Holtey

Ein Trauerspiel: Seit einem Jahr wird diskutiert, aber wirkliche Fortschritte sind bei einem entscheidenden Nachteil der Verkürzung der Mittelstufe nach dem G8-Schulkonzept bislang nicht erreicht worden. Von Peter Schulte-Holtey

So bekommen Gymnasialschüler, die die Sekundarstufe I in fünf statt sechs Jahren durchlaufen, nach Klasse 9 auch in diesem Sommer lediglich einen Hauptschulabschluss attestiert. Wer früher nach der Mittelstufe das Gymnasium beziehungsweise den gymnasialen Zweig einer Gesamtschule nach zehn Jahren verlassen hat, hatte die Mittlere Reife, also den Realschulabschluss. Das bleibt auch in den gymnasialen Zweigen so, die weiter nach G9 arbeiten. Nur die sogenannten Turbo-Gymnasiasten, die die Schule verlassen und eine Ausbildung beginnen wollen, können lediglich einen fragwürdigen Abschluss (mit Beiblättern) vorweisen.

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Nachvollziehbar, dass dies für viele Elternvertreter ein weiterer Grund dafür ist, eine Reform der Reform zu fordern, eine Schulzeitverkürzung im G8-System in der Oberstufe. Sie können zwar neue Hoffnung auf Veränderungen schöpfen, denn im Kultusministerium will man nun rasch handeln und nachbessern. Dabei werden Mütter und Väter aber mit Argusaugen beobachten, wie Ministerin Dorothea Henzler die angekündigte „hessische Lösung“ des Problems erreichen will und wie sie das dafür notwendige zustimmende Votum in der Kultusministerkonferenz durchsetzen wird.

Auch an diesem Beispiel wird es wieder deutlich: G8 wurde von Anfang an übereilt und damit auch mit Systemfehlern eingeführt. Weiterhin heißt es „Augen zu und durch“; die Schüler sind noch immer Leidtragende der missglückten Reform.

Quelle: op-online.de

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