Ferien enden

Am Montag ist Schluss mit lustig

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Sie haben den Sprung in die Schule schon hinter sich: Unser Bild zeigt Erstklässler der Frankfurter Merianschule im vergangenen Jahr.

Wiesbaden Am kommenden Montag ist wieder Schluss mit lustig: Die Sommerferien gehen zu Ende. „An den Schulen ist vieles besser geworden“, sagt Kultusministerin Nicola Beer (FDP) .

Es gibt mehr Lehrerstellen, und auch der lange angekündigte islamische Religionsunterricht geht an den Start. Kurz vor Schuljahresbeginn hat Beer ihre Absage an einen flächendeckenden Pflichtunterricht am Nachmittag bekräftigt. Das würde täglich Schule bis 16 Uhr bedeuten, sagte Beer gestern in Wiesbaden. „Da bleibt keine Zeit für spontane Besuche bei der Oma, für Aktivitäten bei der freiwilligen Feuerwehr, in der Kirchengemeinde, im Sport- oder Musikverein.“ Das Ganztagesangebot solle weiter aufgestockt werden, doch nicht in Form einer „Zwangs-Ganztagsschule für alle“.

Erst kürzlich hatte eine Studie mit der Feststellung für Aufsehen gesorgt, dass Hessen in Deutschland Schlusslicht bei den sogenannten gebundenen Ganztagsschulen ist. Bei diesen gelten im Gegensatz zu offenen Formen für alle Kinder dieselben Unterrichtszeiten.  Das neue Schuljahr beginnt kommende Woche mit einer bundesweiten Premiere. In 29 ersten Klassen mit mehr als 440 Schülern wird der neue bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht angeboten. Auch ansonsten sieht die Ministerin die Schulen bestens gerüstet. Obwohl es etwa 11.000 Schüler weniger gibt, seien 200 zusätzliche Stellen geschaffen worden.

Kultusministerin Nicola Beer im Interview

„Noch nie gab es in Hessen eine höhere Unterrichtsversorgung“, betonte Beer. Mit nunmehr 105 Prozent im Schnitt pro Schule habe die schwarz-gelbe Landesregierung ein zentrales Versprechen eingelöst. Besonders gefördert werden Schulen, die unter schwierigen sozialen Bedingungen arbeiten. Auch im Streit über G8 oder G9 gibt es Bewegung: Die Möglichkeit, zum alten Abitur nach 13 Schuljahren zurückzukehren, nutzen laut Beer nun 39 hessische Gymnasien. Sie erwarte, dass am Ende etwa die Hälfte G8 und die andere Hälfte G9 anbieten werden.

Die Opposition warf der FDP-Politikerin vor, nur mittels Rechenkunststücken auf gute Zahlen zu kommen. Tatsächlich sei die Lehrerversorgung geringer, da Beer die zusätzlichen Sozialpädagogen mit einrechne, sagte die SPD-Bildungsexpertin Heike Habermann. Auch die Inklusion sei stümperhaft umgesetzt worden, kritisierten die Grünen. Die versprochene Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 gebe es wegen eines mangelnden Angebots zudem vielerorts nicht. Beer schwärme von einer Bildungslandschaft, die nicht existiere, sagte die Linken-Abgeordnete Barbara Cárdenas.

(dpa)

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Quelle: op-online.de

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