Schutz für bedrohte Arten

+
Besorgt um die bedrohten Vogelarten: Der Isenburger Naturschützer Ernst Böhm.

Neu-Isenburg - Wachtelkönig und Braunkehlchen hat es bereits erwischt, ebenso den Wiesenpieper, die Bekassine und die Grauammer. Diese Vogelarten sind in Stadt und Kreis Offenbach ausgestorben. Das gleiche Schicksal könnte bald auch Kiebitz, Schwarzkehlchen, Feldschwirl, Schafstelze und Feldlerche drohen. Von Katrin Diel

Warum das passiert und wie sich diese negative Entwicklung stoppen lässt, dem will die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) nachgehen. Der Arbeitskreis Rodgau und Dreieich will dieses und nächstes Jahr mit Hilfe eines Fachbüros den Lebensraum dieser Vögel untersuchen und an den ehemaligen Brutplätzen der genannten Arten eine Bestandserhebung vornehmen.

Ziel ist nach Angaben des Isenburger Naturschützers Ernst Böhm, in Abstimmung mit der Landwirtschaft den Lebensraum der Vögel zu verbessern. „Wie kann man das Biotop verändern, damit die Vögel sich wieder ansiedeln?“ Mittlerweile hätten die Landwirte eingesehen, dass sie mit Schuld daran hätten, „dass die eine oder andere Art nicht mehr da ist“, meint Böhm.

Mindestens zehn Mitglieder der HGON beteiligen sich auf ehrenamtlicher Basis an den Untersuchungen. „Ich bin mit Vertretern des Fachbüros schon mal draußen gewesen“, berichtet Böhm.

Etwa 10 000 Euro sind für die Studien veranschlagt. Mit 5000 Euro unterstützt die Stiftung „Miteinander leben“ die HGON, 5000 Euro werden aus Eigenkapital aufgebracht. Auch die Stadt Neu-Isenburg hat finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. Auch die Öffentlichkeit bitten die Naturschützer um Unterstützung. Auf ihr Vorhaben machen sie mit Plakaten aufmerksam, die kreisweit zum Beispiel in Schulen und Geschäften aushängen sollen. Zu den Gebieten, die untersucht werden, gehören die Oberwiesen von Sprendlingen, die Rohrwiesen bei Götzenhain, die Rodauwiesen bei Ober-Roden, die Schilflache in Dietzenbach und das Naturschutzgebiet Erlensteg in Bieber.

Quelle: op-online.de

Kommentare