Schwangere rauchen weniger

+
Mehr schwangere Frauen in Hessen verzichten auf die Zigarette.

Frankfurt (ale) - Sind Schwangere gesundheitsbewusster geworden? Jedenfalls verzichten sie während der Schwangerschaft öfter als früher auf ein schädliches Laster...

Während vor zehn Jahren noch 10,2 Prozent der werdenden Mütter im Land 20 oder mehr Zigaretten pro Tag rauchten, waren es 2010 lediglich 5,9 Prozent. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) hin und bezieht sich dabei auf Daten der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen.

„Statistisch gesehen greift jedoch immer noch jede 17. schwangere Frau zur Zigarette, was mit erheblichen Risiken für das ungeborene Leben verbunden ist. Fast 2.800 ungeborene Kinder werden in Hessen nach wie vor bereits im Mutterleib den Schadstoffen des Tabakrauches ausgesetzt“, so TK-Sprecherin Denise Jacoby. Im vergangenen Jahr haben 2.791 von insgesamt 47.490 schwangeren Frauen in Hessen geraucht. Der Großteil - 2050 Frauen - konsumierte bis zu zehn Zigaretten am Tag, 668 Frauen beließen es bei 11 bis maximal 20 Zigaretten täglich. 73 Frauen rauchten mehr als eine Packung am Tag.

Schon im Mutterleib Schadstoffe von 5.000 Zigaretten

Rauchen hat vor, während und nach der Schwangerschaft messbare medizinische Folgen. Vor der Schwangerschaft verringert es die Fruchtbarkeit von Mann und Frau, so dass Raucherinnen durchschnittlich länger auf ein Baby warten müssen. In der Schwangerschaft schadet es dem Kind. Babys von Raucherinnen haben ein im Durchschnitt 200 bis 250 Gramm niedrigeres Geburtsgewicht als Neugeborene von Nichtraucherinnen, wobei diese Werte auch von der Zahl der gerauchten Zigaretten abhängen. Zudem führt das Rauchen während der Schwangerschaft zu mehr Fehl- und Frühgeburten.

Auch nach der Geburt bleiben Kinder von Raucherinnen einem höheren Risiko für Krankheiten ausgesetzt: Die Gefahr, am plötzlichen Kindstod zu sterben, ist für sie doppelt so hoch wie das der Kinder von Nichtraucherinnen. Dabei scheint auch das Rauchen von Menschen in der Umgebung des Kindes eine Rolle zu spielen. „Babys von Müttern, die bis zu 20 Zigaretten pro Tag rauchen, nehmen schon im Mutterleib Schadstoffe von über 5.000 Zigaretten auf, die sowohl die Entwicklung des Kindes als auch die Gesundheit der Mutter erheblich beeinträchtigen“, erläutert Jacoby. „Die Bedingungen für das Kind verbessern sich entscheidend, wenn Frauen in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft, oder besser noch vor Beginn der Schwangerschaft das Rauchen aufgeben. Und auch die Mutter profitiert, denn es gibt fast kein menschliches Organ, das nicht durch das Rauchen angegriffen wird.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare