Amtswechsel in den Ministerien

Schwarz-Grün startet: Rentsch übergibt an Al-Wazir

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Wiesbaden - Erster Arbeitstag von Schwarz-Grün in Hessen: Das Stühlerücken verläuft reibungslos. Mancher Minister meldet sich bereits am Tag des Einzugs zu Wort.

Ein Kindergartenchor gab dem neuen Hausherrn "Viel Glück und viel Segen" mit auf den Weg: Heute ist Tarek Al-Wazir - als erster Grünen-Politiker - in Hessens Wirtschaftsministerium in Wiesbaden eingezogen. Bei der Übergabe des Schreibtischs zeigte sich Vorgänger Florian Rentsch (FDP), der sich mit Al-Wazir in den vergangenen Jahren harte Sträuße lieferte, betont freundlich. Er wünsche seinem Nachfolger persönlich alles Gute, sagte er. Auch in anderen Ministerien wurde zwei Tage nach der Vereidigung der neuen schwarz-grünen Regierung der Amtswechsel vollzogen.

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In der Koalition stellt die CDU acht Minister. Die Grünen haben zwei Ressorts erhalten. Als neue Chefin ins Umweltministerium ist die Grüne Priska Hinz eingezogen. Vorgängerin Lucia Puttrich (CDU) ist nun für Europa und Bundesangelegenheiten zuständig.

Rotationen innerhalb der Union

Innerhalb der Union gab es auch Rotationen. Innenminister Boris Rhein ist jetzt für Wissenschaft und Kunst zuständig. Sein Nachfolger wurde CDU-Generalsekretär Peter Beuth. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann ist ins Justizressort gewechselt. Nur wenige Meter musste Ralph Alexander Lorz (CDU) umziehen: Der neue Kultusminister, der Nicola Beer (FDP) ersetzt, war bisher schon Staatssekretär im Haus.

Lorz - in der Materie tief drin - meldete sich nicht überraschend als erster Minister öffentlich zu Wort. Er wolle einen Schwerpunkt auf die Unterrichtsqualität legen, kündigte er im "Wiesbadener Kurier" (Montag) an. Dabei gehe es neben der Lehrerausbildung und -fortbildung darum, was guten Unterricht ausmache. "Für mich ist entscheidend, was viele Studien bestätigen: Auf den Lehrer kommt es an." Zum erst 2013 eingerichteten Landesschulamt, das Schwarz-Grün wieder abschaffen will, sagte Lorz, es werde keine komplette Rückkehr zum vorherigen Status geben. Doppelstrukturen würden nicht wiederbelebt.

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Auch Rhein legte sich bereits am Tag seines Umzugs wieder ins Zeug. Er wolle "Botschafter und Lobbyist" für Hessens Wissenschaftler sein, kündigte er in einer Mitteilung an. "Hessen ist das Land der Forscher." Nirgendwo in Deutschland arbeiteten im Schnitt mehr Menschen in diesem Bereich.

Die Grünen stellen künftig auch die stellvertretende Regierungssprecherin. Den Posten übernahm am Montag Elke Cezanne, die langjährige Sprecherin der Landtagsfraktion. Sie wird Stellvertreterin von Michael Bußer (CDU). Der enge Vertraute von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist seit 2010 Regierungssprecher.

dpa

Quelle: op-online.de

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