Landtagswahl in Hessen

Das schwarz-grüne Phantom

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Man wappnet sich für den Fall, dass kein Lager eine Mehrheit bekommt

Wiesbaden - Noch 75 Tage bis zur Wahl am 22. September. 75 Tage, in denen die beiden politischen Lager Schwarz-Gelb und Rot-Grün keine Gelegenheit auslassen werden, dem Wähler die jeweils andere Seite als Übel für Hessen vorzuführen. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Doch die verbale Kraftmeierei im Wahlkampf sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich allseits wappnet für den Wahlabend und den Fall, dass kein Lager eine Mehrheit bekommt. Die Frankfurter CDU-Landtagsabgeordnete Bettina Wiesmann sprach jetzt offen aus, was sich aus Sicht ihrer Parteioberen derzeit verbietet: Dass nämlich die bislang erfolgreich arbeitende schwarz-grüne Koalition in Frankfurt durchaus auch auf die Landesebene übertragbar sei. Freunde wird sie sich damit nicht gemacht haben, doch gilt die 46-Jährige ohnehin als Frau mit eigenem Kopf. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit seinem landesväterlichen Hang zum Konsens attestierte den Grünen im Gespräch mit unserer Zeitung jüngt zumindest, „dass sie dazu gelent haben“ seit ihrer etwas chaotischen Gründungsphase. Zu mehr frelich ließ er sich nicht bewegen - wie auch, postulierte er doch am Parteitag am Wochenende, Rote und Grüne stünden für den programmierten Abstieg Hessens.

Dennoch dürfte auch die Staatskanzlei über eine schwarz-grüne Konstellation nachdenken und an einem Plan B arbeiten. Zweifel daran, dass die CDU stärkste Partei wird, gibt es ohnehin kaum. Und keine Partei wird ein Interesse haben, die Wähler über vier Monate bis zum Ende der Legislaturperiode im Januar 2014 im Unklaren zu lassen.

Zudem weiß Regierungschef Bouffier, dass Hessen-Grünen-Chef Tarek Al-Wazir wenig Neigung zeigt, weitere fünf Jahre die Oppositionsbank zu drücken. Auch Experimenten mit der Linken, so diese einzieht in den Landtag, dürfte der Grüne nichts abgewinnen seit den Erfahrungen 2008. „Der kommt noch am Wahlabend, wenn‘s mit der SPD nicht reicht“, mutmaßt ein führender CDU-Mann.

Wer in welchem Bundesland regiert

Wer in welchem Bundesland regiert

Zwar trennen CDU und Grüne in der Umweltpolitik Welten, doch gibt es andere Bereiche, die weniger schwierig wären. Auch die Grünen wollen den Schulen etwa die Wahlfreiheit bei G8 und G9 lassen. Und Knackpunkte wie der Flughafenausbau und der Straßenverkehr wären auch mit der SPD nicht leicht zu verhandeln.

Quelle: op-online.de

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