Pläne für Bundesrechnungshofareal: Schwere Geburt

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Der Entwurf von Auer und Weber zeigt hier den geplanten Neubau. Im Hintergrund ist einer der denkmalgeschützten Gebäudeflügel zu sehen.

Frankfurt - Die unendliche Geschichte könnte nun doch ein Ende finden und das seit über zehn Jahren leerstehende Gebäude des Bundesrechnungshofs in der Frankfurter Innenstadt umgebaut und erweitert werden. Von Christian Riethmüller

An der Einfahrt zum Theatertunnel und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Römer, Paulskirche und Karmeliterkloster gelegen, ist das Gelände, auf dem von 1953 bis 2000 der heute in Bonn angesiedelte Bundesrechnungshof seinen Sitz hatte, eigentlich ein Sahnestück. Doch die Kirsche obenauf, sprich die Bebauung, ist verfault. Das ursprüngliche Gebäude ist teilweise denkmalgeschützt, was potentielle Investoren vor die schwere Aufgabe stellt, nicht nur erhalterisch tätig sein zu müssen, sondern auch Neubauten an den Vorgaben der Denkmalschützer auszurichten. Dazu kommen noch die Wünsche der Stadt, die sich als Nutzung ein günstiges Hotel der Zwei- bis Drei-Sterne-Kategorie, Büroräume, Wohnungen und - im Erdgeschoss - Ladengeschäfte vorstellt.

Jury vergab keinen ersten Preis

Der Entwurf von Stefan Forster zeigt hier im Vordergrund den denkmalgeschützten Teil des alten Bundesrechnungshofgebäudes.

Diese Konzept könnte nun bis Ende 2016, Anfang 2017 Gestalt annehmen. Wie der Investor OFB Projektentwicklung GmbH und Planungsdezernent und Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) gestern gemeinsam in Frankfurt ankündigten, ist am Freitag in einem Architekten-Wettbewerb entschieden worden, wie die Bebauung einmal aussehen könnte. Die Jury vergab dabei keinen ersten Preis, sondern sprach sowohl dem Frankfurter Büro Stefan Forster Architekten GmbH wie auch dem Stuttgarter Büro Auer und Weber Assoziierte GmbH einen zweiten Platz zu, mit der Vorgabe, die eingereichten Entwürfe nochmals zu überarbeiten. Endgültig soll dann am 22. August über den Siegerentwurf entschieden werden. Darauf hat auch noch das Frankfurter Büro KSP Jürgen Engel Architekten als Drittplatzierter des Wettbewerbs Chancen, allerdings hat dieser Entwurf mehrere Vorgaben nicht eingehalten.

Gut die Hälfte der insgesamt rund 30 000 Quadratmeter umbauter Fläche sind für das Hotel mit etwa 450 Zimmern vorgesehen. Vorverhandlungen mit interssierten Betreibern seien aufgenommen, hieß es gestern. Dazu sollen auf 3000 bis 4000 Quadratmetern noch 30 bis 40 Wohnungen entstehen. Auf etwa 10 000 Quadratmetern wäre dann noch Platz für Büros und Geschäfte. Insgesamt dürfte das Projekt nach Schätzungen der OFB 120 Millionen Euro kosten.

Quelle: op-online.de

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