Warum sich eine Sanierung des Panoramabades nicht lohnt

Schwimmen neben dem Eisstadion

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Das Panoramabad

Frankfurt - Die Lage des Panoramabades in Frankfurt ist einzigartig. Das Erlebnisbad, auf dem Bornheimer Hang erbaut, gewährt den Gästen während des Planschens und Saunierens einen tollen Blick auf den Frankfurter Osten. Von Christoph Zöllner

Doch wenn es nach dem Aufsichtsrat der Bäder-Betriebe Frankfurt GmbH geht, ist es bald vorbei mit der guten Aussicht. Es sei denn, man kauft sich eine der Wohnungen, die stattdessen auf dem Areal entstehen sollen. Denn die 1971 erbaute und 1990 zum Erlebnisbad umgebaute Anlage an der Inheidener Straße ist längst nicht mehr rentabel zu betreiben. „Energetisch und finanziell ist das Bad eine Herausforderung. Das können wir uns nicht mehr leisten“, sagte Frank Müller, Geschäftsführer der Bäder-Betriebe Frankfurt GmbH, auf Anfrage unserer Zeitung. Im vergangenen Jahr verursachte das Bad einen Verlust in Höhe von 2,4 Millionen Euro.

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Vor einem Jahr ergab eine Ausschreibung, dass eine Sanierung des an Dach und Fassade beschädigten Panoramabades 8,7 Millionen Euro kosten würde, zuzüglich Planungs- und Nebenkosten wären es sogar rund 10 Millionen Euro. Ein Waschbetonbau sei eben nicht so einfach abzudichten, dass er zeitgemäßen Standards entspräche, erklärte Müller. Der Geschäftsführer hatte daher vorgeschlagen, einen alternativen Standort zu suchen und zu prüfen, was der Verkauf des Grundstücks einbringen könnte. Inzwischen liegt nicht nur eine Machbarkeitsstudie, sondern auch ein Beschluss des Aufsichtsrates vor. Demnach soll die favorisierte Variante, das Panoramabad abzureißen und dafür ein Hallenbad am Ratsweg zu errichten, weiterverfolgt werden.

Die gelbe Fläche markiert das neue Hallenbad, das direkt neben der Eissporthalle am Ratsweg entstehen soll.

Das neue Hallenbad könnte aus einem 25-Meter-Schwimmer-, zwei Nichtschwimmer- sowie einem Familien- und Kinderbecken bestehen. 850 Quadratmeter Wasserfläche sind vorgesehen. Nicht fehlen dürfen Rutsche, Massagedüsen, Sprudelliegen, Gastronomie, Sauna- und Wellnessbereich. Bei einer angenommenen Laufzeit von 30 Jahren haben die Planer im Vergleich zu einer Sanierung eine Kosteneinsparung von 42 Millionen Euro errechnet. Abzüglich der Erlöse aus dem Verkauf des Bornheimer Grundstücks liegen die Baukosten bei rund 14,3 Millionen Euro. Durch die Nähe zur Eissporthalle erhoffen sich die Planer einige Synergien - etwa beim Personal, außerdem könnte die Abwärme der Halle genutzt werden. Die nötige Energie soll mithilfe eines Blockheizkraftwerks gewonnen werden. Im Vergleich zum Panoramabad wäre das neue Hallenbad besser an U-Bahn, Straßenbahn und Busse angebunden. Auch die Autofahrer sollten nicht klagen können. Es sei denn, es finden Großveranstaltungen wie Eishockey-Spiele oder die Dippemess statt. Müller zufolge soll ein Stellplatz- und Verkehrskonzept die dringend benötigten Lösungen bringen.

Wenn im Laufe eines Jahres Planung und Finanzierung stehen sollten, könnte der ehrgeizige Plan gelingen: 2017, hofft Müller, schwimmen die ersten Gäste direkt neben dem Eisstadion.

Quelle: op-online.de

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