Neubau der Schiersteiner Brücke

Sechsspurig über den Rhein

+
Die Schiersteiner Brücke.

Wiesbaden/Mainz - Die längste Brücke Hessens wird neu gebaut - und zwar in der Maximalvariante, wie der Bund beschlossen hat. Das sorgt für Streit zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz.

Auftakt für eines der bundesweit größten Brücken-Bauprojekte: Mit einem symbolischen Spatenstich hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gestern den Startschuss für den Neubau der chronisch überlasteten Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden gegeben. Insgesamt rund 216 Millionen Euro investiert der Bund, um das aus dem Jahr 1962 stammende alte Bauwerk zu ersetzen. Die schon heute längste Brücke Hessens verbindet das Land mit Rheinland-Pfalz, über sie verläuft die stark befahrene Autobahn 643.

Zwischen den Ländern gibt es Streit über den Ausbau der Strecke, die vielen Pendlern aus täglichen Staumeldungen bekannt ist. Während sich das schwarz-gelb regierte Hessen für durchgehend sechs Spuren ausgesprochen hat, wollte das rot-grün regierte Rheinland-Pfalz auf eine Naturschutzfläche am Rheinufer Rücksicht nehmen und die Fahrbahn teils auf vier Spuren beschränken - bei Bedarf sollten die Standstreifen zugeschaltet werden. Ramsauer hatte aber ein Machtwort gesprochen und den durchgehend sechsspurigen Ausbau verlangt. 2019 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Kritiker in der Minderheit

Ramsauer sagte in einer Ansprache zum Spatenstich, es bleibe bei sechs Spuren: „Alles andere wäre ein Stück Zukunftsverweigerung.“ Die Kritiker seien ohnehin in der Minderheit. Vor Journalisten fügte der Bundesminister hinzu, er sei auch von Seiten der rheinland-pfälzischen Landesregierung bekniet worden, sechs Spuren durchzusetzen - und zwar hinter den Kulissen. Die Verengung auf vier Spuren hatten die rheinland-pfälzischen Grünen im Koalitionsvertrag gegen die SPD durchgesetzt.

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) hatte zuvor in einer Ansprache gesagt, er halte es persönlich für falsch, dass Ramsauer den sechsspurigen Ausbau vorgegeben habe. Deshalb hoffe er, noch weitere Gespräche führen zu können. Auf Mainzer Seite befinde sich ein sehr wertvolles Naturschutzgebiet. Lewentz verwies auch auf die Klagedrohungen, die es nun gebe und sagte, dies könne den Brückenbau um Jahre verzögern. Zum Spatenstich waren auch rund 20 Demonstranten gekommen, die den Verzicht auf den sechsspurigen Ausbau forderten.

Der hessische Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) begrüßte dagegen die Entscheidung Ramsauers, die eine leistungsfähige Verbindung zwischen den beiden Bundesländern sichere. Neben dem Neubau der Limburger Autobahnbrücke über die Lahn (A3) ist der Schiersteiner Rheinübergang das derzeit wichtigste Vorhaben im hessischen Brückenbau. Ramsauer sagte, es sei eines der größten bundesweit. dpa

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare