Vorbild Hoeneß?

Selbstanzeigen vieler Steuersünder in Hessen

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Wiesbaden - Nach der Selbstanzeige von Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß haben womöglich viele Steuerhinterzieher kalte Füße bekommen und bekennen sich des Steuerbetrugs schuldig. Hessen bekommt dadurch „Zusatzeinnahmen“ von über 100 Millionen Euro.

Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern ist in Hessen 2013 sprunghaft angestiegen. Bis Ende November machten nach Angaben des Finanzministeriums knapp 2600 Bürger reinen Tisch. Sie brachten dem Fiskus 117,6 Millionen Euro zusätzlich, wie das Ministerium am Donnerstag mitteilte. 2012 waren 492 Selbstanzeigen eingegangen, 2011 waren es 450 gewesen. Einen Höchststand von 3467 Anzeigen hatten die hessischen Finanzämter 2010 verzeichnet, als in Deutschland erstmals Daten aus der Schweiz über Steuerflüchtlinge angekauft worden waren. Insgesamt hat das Land seit damals zusätzliche 577 Millionen Euro eingezogen.

Seit Juni des vergangenen Jahres liegen die Selbstanzeigen dauerhaft hoch bei etwa 300 Fällen im Monat. Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) führt dies aber nicht nur auf den spektakulären Steuerfall Uli Hoeneß zurück. Der Präsident von Bayern München hatte im Frühjahr 2013 eingestanden, unversteuertes Geld in die Schweiz transferiert zu haben. Ein Sprecher des hessischen Finanzministeriums sagte am Donnerstag in Wiesbaden, Schweizer Banken übten in einer „Weißgeldstrategie“ zunehmend Druck auf deutsche Kunden aus, ihr Schwarzgeld zu deklarieren.

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

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dpa

Quelle: op-online.de

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