„Selbstbewusst, aber nicht größenwahnsinnig“

Kassel ‐ Die Kommunalwahl, die Finanzlage der Kommunen - und ein blauer Anzug: Die hessischen Grünen haben sich in Kassel auf den Kommunalwahlkampf 2011 eingestimmt.

Landeschef Tarek Al-Wazir warnte vor 250 Teilnehmern am Landesparteitag wegen guter Umfragewerte vor Übermut. „Wir gehen selbstbewusst, aber nicht größenwahnsinnig in den Wahlkampf. Wir haben die große Chance, in Wählerschichten vorzudringen, in denen wir noch nicht waren.“

Als Ziel gab er aus, am 27. März 2011 rund ein Drittel mehr Mandate in den Kommunen zu bekommen als die bisher rund 700. „Wenn wir erstmals über 1 000 kommen, dann können wir jubeln, aber es als Arbeitsauftrag annehmen.“ Der Höhenflug zeigt sich auch in den Mitgliederzahlen. Allein im Oktober konnten die Grünen rund 100 Parteieintritte verzeichnen, hessenweit hat die Partei nun rund 4 400 Mitglieder.

Gastvortrag gab Tübingens grüner Oberbürgermeister

Ein weiteres Thema war die Finanzlage der Kommunen. Die Grünen müssten klar machen, wie Kommunalpolitik auch mit immer weniger Geld funktioniere, sagte der Offenbacher Al-Wazir.

In einem Gastvortrag gab Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer Beispiele, wie auf kommunaler Ebene auch bei knappen Kassen Energie gespart werden könne. Kreativität sei gefragt, betonte Palmer, der in einem auffallend blauen Anzug auftrat. „Ich finde ihn auch scheußlich - aber er funktioniert“, sagte Palmer mit Blick auf sein Thema „Eine Stadt macht blau“. Der Anzug gehöre zu einer Kampagne, den blauen Himmel zu schützen. Er habe in Tübingen seinen Dienstwagen gegen ein Elektrofahrrad getauscht und die Bewohner zum Austausch veralteter Heizungspumpen animiert. „Das rentiert sich nach drei bis vier Jahren.“ Zudem werden Abwässer im Winter als Wärmequelle genutzt.

dpa

Quelle: op-online.de

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