„Selten so lebendig“

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Brigitte Armbruster beim Frankfurt-Marathon 2008.

Frankfurt - Bei Brigitte Armbruster schlug im vergangenen Jahr das Schicksal gnadenlos zu: „Innerhalb kürzester Zeit ist meine Beziehung zerbrochen, ich verlor meinen Job und meine Wohnung. Und als ich dann wegen eines Knotens im Schlüsselbeinbereich zum Arzt ging, war es Lymphknotenkrebs“, erinnert sie sich. Von Michael Eschenauer

Nachdem die junge Frau Wochen in dumpfer Verzweiflung vor dem Fernseher verdämmert hatte, stellte sie im August fest: „Ich muss mein Leben wieder in den Griff bekommen. Ich muss an ein Ziel aus meiner guten Zeit anknüpfen, ich muss den Frankfurt-Marathon schaffen.“ Zur Krebsbehandlung der schon damals passionierten Langläuferin im Nordwestkrankenhaus gesellte sich - trotz der Warnungen aus dem Bekanntenkreis - ein von Ärzten betreutes Trainingsprogramm.

Eine Freundin mit Iron-Man-Erfahrung übernahm das Training, das nach Tagesform und Körpergefühl jenseits starrer Pläne erfolgte. Schon wenige Wochen später, am 26. Oktober, lief die 32-Jährige ihre persönliche Siegerzeit mit 4 Stunden und 37 Minuten. „Obwohl die Ärzte sagten, durch die Chemotherapie würde mein Blutbild gar keine derart harte Leistung zulassen, waren meine Werte durch das Training vorher so gut, dass die Sache klappte.“ Auch heute trainiert die Texterin einer Personalmarketing-Firma im Nachsorge-Programm weiter. Rückblickend sagt sie: „Ich habe meine körperlichen und mentalen Kräfte neu kennengelernt. Ich konnte selbst etwas zu meinem Wohlbefinden beitragen. Und ich habe mich wieder autonom gefühlt – trotz der Maschinerie der Krebs-Behandlung.“ Das Gefühl, sich endlich wieder lebendig und stark zu fühlen, sei ein „beglückendes Erlebnis“ gewesen. So unwahrscheinlich es klinge: „Ich habe mich selten in meinem Leben so gut, so lebendig gefühlt wie in diesen Monaten während meiner Krebstherapie. Der Sport hat die Bedingungen meines Lebens klar verbessert.

Quelle: op-online.de

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