Firmen in Region auf Sepa vorbereitet

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Frankfurt/Offenbach - Knapp zwei Monate bleiben Unternehmen noch, um ihre Zahlungen auf das europäische Sepa-System umzustellen. Inzwischen haben die meisten Mittelständler ihre Hausaufgaben zwar gemacht - auch in Stadt und Kreis Offenbach. Von Marc Kuhn 

Allerdings haben sie die Vorteile von Sepa noch nicht erkannt, klagt die Commerzbank. Der deutsche Mittelstand ist nach einer Umfrage größtenteils auf das neue europäische Zahlungssystem Sepa vorbereitet. Inzwischen hätten 91,6 Prozent der Betriebe ihre Umstellung von Lastschriften und Überweisungen auf das Sepa-Format mit der internationalen Kontonummer IBAN abgeschlossen, berichtete die Commerzbank laut dpa gestern in Frankfurt. Weitere acht Prozent gingen davon aus, ihre Systeme fristgerecht zum 1. August umstellen zu können.

Noch besser laufen die Vorbereitungen in Stadt und Kreis. „Die Vorbereitungen auf Sepa sind bei 99 Prozent der Unternehmen abgeschlossen“, sagte der Hauptgeschäftsführer die Industrie- und Handelskammer (IHK), Markus Weinbrenner, unserer Zeitung. Die Umstellung im Sommer dürfte keine Probleme bereiten. „Wir haben immer wieder auf das Datum und die notwendigen Schritte hingewiesen. Auch die Kreditinstitute haben in den vergangenen Monaten bei ihren Kunden nachgehalten und die Unternehmen konkret unterstützt“, sagte Weinbrenner weiter.

„Die Chancen von Sepa sind unentdeckt“

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Offenbach, Guido Braun, erklärte: „Nach unseren Einschätzungen sind nahezu alle unserer mittelständischen Kunden in vollem Umfang Sepa-fähig. Dies sei bereits zu einem großen Teil auch zu dem ursprünglichen Einführungstermin Anfang Februar der Fall gewesen. „Die durch die Sparkasse bereitgestellten Zahlungsverkehrssysteme haben bereits zum damaligen Zeitpunkt die Verarbeitung von Sepa-Zahlungen gewährleistet“, berichtete Braun.

Allerdings sehen laut einer Untersuchung der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld im Auftrag der Commerzbank 69 Prozent der Mittelständler bisher keine Vorteile für ihr Unternehmen. „Es ist bedenklich, dass einem Teil der Mittelständler noch immer nicht bewusst ist, was die neuen Sepa-Verfahren überhaupt leisten können“, sagte Volker Wittberg, verantwortlicher Leiter der Umfrage. „Die Chancen von Sepa sind unentdeckt.“

Dabei ist es das Ziel der Umstellung, dass Überweisungen ins Ausland schneller und billiger werden: Bankgeschäfte sollen über Grenzen hinweg binnen eines Arbeitstages abgewickelt werden können, Auslandsüberweisungen sollen nicht mehr teurer sein als Geldtransfers im Inland. Zudem können Lastschriften künftig grenzüberschreitend eingezogen werden. „Sepa bietet Chance und Impuls gleichermaßen, den Zahlungsverkehr zu vereinheitlichen und das Clearing zu beschleunigen“, sagte Frank-Oliver Wolf, Leiter des Bereichs Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft bei der Mittelstandsbank der Commerzbank.

Vom 1. August an dürfen Kreditinstitute Lastschriften und Überweisungen von Unternehmen und Vereinen in Euro nur noch im Sepa-Format verwenden. Ursprünglich sollte die Frist n zum 1. Februar auslaufen. Doch weil die Umstellung nicht überall zügig verlief, hatte die Europäische Union eine weitere Übergangsfrist eingeräumt. Bis Anfang August dürfen Kreditinstitute von ihren Kunden Zahlungen im alten Format annehmen. Für Verbraucher gilt eine längere Frist bis zum 1. Februar 2016.

Quelle: op-online.de

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