Die Show „Dinosaurier - Im Reich der Giganten“ in der Frankfurter Festhalle

Fast perfekte Illusion

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Aufeinandertreffen der Giganten: Zwei Brachiosaurier auf der Bühne.

Frankfurt - Die australische Infotainment-Show „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ gastiert in der Frankfurter Festhalle. Niedlich sehen Dinosaurier aus - solange man sie als flauschige Plüschtiere auf dem heimischen Sofa sitzen hat.Von Thomas Ungeheuer

Doch bevor die Kreaturen vor 65 Millionen ausstarben, waren sie wohl kaum putzige Wesen zum Knuddeln. Das wird klar, wenn der Paläontologe Huxley (Cusch Jung) einiges an Wissenswertem und Bekannten über die Reptilien erzählt, die über 200 Millionen Jahre lang den Planeten Erde beherrschten.

Angst scheint Huxley vor den Giganten nicht zu haben, die sich zu ihm auf die Bühne in der Festhalle gesellen. Genau das mag auch die Kinder im Publikum beruhigen, die oft mit staunenden Augen, die in authentischer Lebensgröße nachgebauten Dinos betrachten. Für die meisten ihrer größten Fans sind es alte Bekannte: Plateosaurus, Allosaurus, Stegasaurus, Utahraptor, Brachiosaurus, Ankylosaurus, Torosaurus oder der absolute Star: Tyrannosaurus Rex.

Keineswegs waren diese Viecher aus der Trias-Periode, der Jura-Periode und der Kreidezeit alle Vegetarier. Erschreckend schnell wird das klar, wenn eines der Ungetüme einen noch ganz kleinen Dino zwischen seinen scharfen Zähnen zermalmt. Aber auch mit den Vegetariern ist nicht zu spaßen. Kaum dass mehr als eines der Monster in der Arena auftaucht, wird einander so laut angebrüllt, dass es fast die orchestrale Musik übertönt, die das Geschehen mit dramatischen Klängen untermalt.

Zu wirklich heftigen Kämpfen kommt es allerdings nie. Lediglich als zwei Torosaurus miteinander in Streit geraten schlägt der eine dem älteren Artgenossen eines seiner beiden Hörner entzwei. Es bricht - zu Boden fällt es jedoch nicht. Seltsamerweise baumelt die Spitze am Stumpf. Leider ist dieser Moment keineswegs der erste, in dem man nicht an die perfekte Illusion glaubt. Zwar mag das Aussehen der Dino-Modelle durchaus stimmig sein. Auch wenn sie ihre Hälse recken, die Köpfe schütteln oder ihre teils mächtigen Schwänze bewegen, wirkt dies natürlich. Schaut man jedoch zu deren Beinen, dann ist der Zauber vorbei. Schließlich laufen diese Dinos nicht - sie fahren.

Weitere Aufführungen: Heute, Samstag, um 15 und um 19 Uhr,; Morgen, Sonntag, um 11 und um 15 Uhr

Unter den Bäuchen der großen Modelle sind Kabinenwagen montiert, in denen jeweils ein Fahrer sitzt, der das Tier lenkt. Auch in den kleineren Utahraptor-Modellen steckt jeweils ein Mensch, dessen Beine man beim Laufen erkennt. Dass sich am Bühnenrand aufblasbare Kunststoffpflanzen befinden, die ab und an vor den Zuschauern aufgepumpt werden und alsbald wieder in sich zusammensacken, mag manchen erheitern. Andere dürften sich hingegen ärgern, weil diese flexiblen Kulissen die Sicht auf das ohnehin schon spannungsarme Bühnengeschehen verstellen.

Quelle: op-online.de

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