Bessere Kontrollen in Discos gefordert

Frankfurt - Mit einer zusätzlichen Gebühr in Diskotheken und Nachtclubs könnte nach Ansicht von Sicherheitsexperten die umstrittene hessische Türsteherszene besser kontrolliert werden.

Fälle wie die jüngste tödliche Prügelei in einer Frankfurter Disco zeigten, dass die Kontrolleure zum Beispiel der Gewerbeaufsichtsämter erheblich besser geschult und personell aufgestockt werden müssten, sagte Oliver Arning vom Bundesverband der Deutschen Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS).

Mängel in den Clubs würden durch zusätzliche Kontrollen besser erkannt und die Läden häufiger besucht. „Eine Sicherheitsgebühr ähnlich der Gebühr an Flughäfen könnte die Behörden mit den Mitteln versorgen, die sie für eine bessere Ausbildung brauchen“, sagte BDWS-Sprecher Arning in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

„Wir brauchen einen Runden Tisch“

Wichtig sei angesichts der zunehmenden Brutalität auch eine deutlich bessere Kommunikation der Club-Betreiber, Ämter, Verbände und Polizei. „Wir brauchen einen Runden Tisch, um das Türsteher-Problem in den Griff zu bekommen“, sagte Arning. „Stellt eine Stadt wie Frankfurt fest, dass es Schwierigkeiten gibt, dann muss sie sich neuen Ideen öffnen. Und dazu muss sie eben unterschiedliche Teilnehmer zu Rate ziehen.“

Arning bemängelt vor allem die Qualitätsstandards für Türsteher und die fehlende staatliche Kontrolle. Diskothekenbetreiber dürften ihr eigenes Personal beschäftigen, ohne von den Behörden genauer unter die Lupe genommen zu werden. „Das ist absolut unverständlich“, sagte Arning. „Die Türsteherszene darf sich weitgehend selbst rekrutieren und organisieren, während in allen anderen konfliktgeneigten Branchen wie bei Kaufhausdetektiven oder U-Bahn-Personal Prüfungen eingefordert werden.“

Besitze der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma keinen Nachweis einer erfolgreichen Sachkundeprüfung, sei sein Einsatz in einer Discothek rechtswidrig. „Handelt es sich aber um einen Mitarbeiter des Betreibers, dann benötigt dieser gar keine Ausbildung“, kritisiert Arning. Unter den rund 800 zertifizierten Mitgliedern seines Verbandes sei kein Unternehmen, das sein Geld mit Einlasskontrollen vor Diskotheken verdiene.

Für Schlagzeilen sorgte zuletzt der Tod eines 31 Jahre alten Disco-Gastes in Frankfurt. Er war in der Nacht zum Ostermontag von Türstehern der Disco „U60311“ zusammengeschlagen worden und später an seinen schweren Verletzungen gestorben. Drei Türsteher sitzen in Untersuchungshaft. Gegen sie wird wegen Totschlags ermittelt.

Martin Oversohl, dpa

Quelle: op-online.de

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