In Fechenheim gute Auftragslage

Entsetzen bei Siemens in Offenbach

+

Frankfurt - Die weltweiten konjunkturellen Turbulenzen bereiten dem Technologiekonzern Siemens auch in Hessen und Rhein-Main Probleme. „2012 war kein einfaches Jahr“, sagte Michael Kassner, Leiter der Siemens Region Mitte, gestern in Frankfurt. Von Marc Kuhn

Zu der Region gehören neben Hessen auch Rheinland-Pfalz, das Saarland und das Rhein-Neckar-Dreieck. Die Weltkonjunktur sei nicht wie erwartet angesprungen, erklärte Kassner weiter. Ende des vergangenen Jahres habe sie eine spürbare Schwäche gezeigt. „Die Region Mitte ist ein Abbild des Deutschland-Geschäfts“, sagte Kassner.

Licht und Schatten zeigen die Entwicklung bei Siemens im Rhein-Main-Gebiet. Die Folgen der Euro-Krise und die weltweit mangelnde Akzeptanz von Kohlekraftwerken trifft den Standort Offenbach. Hier werden schlüsselfertige Kraftwerke geplant. Kassner bestätigte „Personalanpassungen“. Er wollte aber keine konkreten Zahlen nennen. Kassner sagte nur: „Die Diskussion mit der Arbeitnehmerseite hat begonnen.“ Siemens hat die Wachstumsmärkte in Asien ins Visier genommen und will dort einen Standort aufbauen. In Offenbach sollen deshalb 275 Jobs bis 2016 gestrichen werden, die einer Umstrukturierung im Bereich „Energy Solutions“ zum Opfer fallen. Zudem sollen 175 Arbeitsplätze wegen aktueller Einsparpläne wegfallen.

Die Mitarbeiter seien erschüttert, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Siemens in Offenbach, Carsten Bargholz, unserer Zeitung. Es herrsche „fassungsloses Entsetzen“. Die Hintergründe für die Plänen seien noch nicht bekannt. „Informiert werden wir Ende April von den Managern“, berichtete Bargholz.

Ganz anders sieht die Situation im Schaltanlagenwerk in Fechenheim aus. Dort gebe es eine gute Auftragslage, erläuterte Kassner. Er sprach von einer Erfolgsstory. Die derzeitige Auftragslage - wie auch die Aussicht auf den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres - hat sich auf hohem Niveau stabilisiert, erklärte Siemens. „Die Aufträge stammen überwiegend aus Europa, ein nennenswerter Anteil aber auch aus dem Nahen Osten.“ In Fechenheim werden sogenannte gasisolierte Mittelspannungschaltanlagen produziert. Für die weitere Entwicklung in diesem Jahr zeigte sich Kassner verhalten optimistisch: „Wir erwarten eine leichte Belebung der Kojunktur, fragt sich nur wann.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare