Siemens setzt auf Frankfurt

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Die Siemens-Manager Wolfgang Heuring (links) und Ralf Christian (2. von rechts) sowie Markus Frank (CDU, 2. von links), Frankfurts Wirtschaftsdezernent, und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) stießen gestern auf die Werkserweiterung an.

Frankfurt - Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum seines Werks für sogenannte gasisolierte Mittelspannungs-Schaltanlagen in Frankfurt-Fechenheim hat der Siemens-Konzern gestern die erweiterten Bauten in Betrieb genommen. Von Marc Kuhn

Die Entscheidung für den Standort sei ein Qualitätsnachweis, sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch vor zahlreichen Gästen in den Hallen an der Carl-Benz-Straße. Die Übertragungssysteme für Energie bezeichnete er als einen der größten Zukunftsmärkte. Die Fertigungshallen sind um 10000 auf 40000 Quadratmeter ausgebaut worden. Zudem ist ein automatisiertes Logistik- und ein Kundenzentrum erreichtet worden. Mehr als 30 Millionen Euro hat Siemens investiert. Seit Herbst 2006 sind etwa 200 neue Jobs entstanden. Mittlerweile arbeiten rund 1000 Menschen in dem Werk.

Siemens habe sich vor der Entscheidung für die Erweiterung in Frankfurt eine Reihe von Alternativen angeschaut, auch in Osteuropa, erklärte Karlheinz Kronen, Chef des Weltgeschäfts für gasisolierte Mittelspannungs-Schaltanlagen des Unternehmens. Es sei jedoch am wirtschaftlichsten, in der Main-Metropole zu bleiben. Zudem sei der Flughafen ein riesiger Standortvorteil. Die Kombination aus der Kompetenz der Mitarbeiter, dem Technologie-Knowhow und ein wirtschaftliches Produktionssystem habe den Ausschlag für die Entscheidung zugunsten Frankfurts gegeben, meinte der Leiter des Werks in Fechenheim, Martin Betzmann. „Wir sind mit unseren Produkten Weltmarkt- und Technologieführer.“

Knowhow und Kompetenz gebündelt

Die Fertigung von Schaltanlagen in Frankfurt sei eine absolute Erfolgsgeschichte, betonte der Wirtschaftsdezernent der Stadt, Markus Frank. Er zeigte sich erfreut, dass die Entscheidung von Siemens für den hiesigen Standort gefallen ist. „Sie sind einer unserer großen Arbeitgeber.“

Regionale Präsenz ist eine der Stärken von Siemens“, erläuterte der Leiter des Technologiekonzerns im Rhein-Main-Gebiet, Michael Kassner. In seinen Verantwortungsbereich gehören die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und das Rhein-Neckar-Dreieck. Eine Werkserweiterung in Deutschland in Zeiten der Globalisierung sei ein deutliches Zeichen. An dem hessischen Standort sei Knowhow und Kompetenz gebündelt. „Es ist aber auch ein deutliches industriepolitischen Zeichen. Nicht zuletzt die globale Finanzkrise zeigt: Allein auf Dienstleistungen sollte sich kein Wirtschaftssystem verlassen.“ Die verlässlichste Wertschöpfung funktioniere immer noch über die Industrie.

Für die Produktion der gasisolierten Mittelspannungsschaltanlagen konzentriere sich Siemens auf die Standorte Frankfurt und Wuxi nahe Shanghai in China, sagte Kronen. Trotz der Wirtschaftsschwäche schaue der Konzern sehr positiv in die Zukunft. Die weltweite Nachfrage nach Energietechnik werde wieder zunehmen.

Das Siemens-Werk für Mittelspannungs-Schaltanlagen in der Carl-Benz-Straße 22 lädt die Bevölkerung am Samstag in der Zeit von 10 bis 16 Uhr anlässlich des Jubiläums zu einem Tag der offenen Tür ein.

Die Anlagen aus Frankfurt leisten einen großen Beitrag zur sicheren Energieversorgung in der ganzen Welt, wie Betzmann erklärte. Sie würden beispielsweise bei Fehlern in den Verteilnetzen dafür sorgen, dass diese in Millisekunden ausgeschaltet würden. Er verglich diese Anlagen mit einem Sicherungskasten im Haushalt. Mit anderen Konstruktionen könnten zum Beispiel ganze Straßenzüge in Städten vom Stromnetz getrennt und zugeschaltet werden, erläuterte Betzmann weiter. Vergleichbar sei diese Funktion mit einem Lichtschalter. Die Schaltanlagen seien wartungsfrei und unabhängig von Umwelteinflüssen.

Quelle: op-online.de

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