Tuesday Night Skating

Sightseeing auf acht Rollen

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Jeden Dienstagabend treffen sich hunderte Inline-Skater zur gemeinsamen Tour durch die Frankfurter Innenstadt.

Frankfurt - Tuesday Night Skating Frankfurt – kurz TNS – ist seit 14 Jahren Synonym für jede Menge Spaß, Geschwindigkeit und Skyline-Sightseeing auf Rollen. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Von Anfang April bis Ende Oktober stehen jeden Dienstagabend im Schnitt 900 Skater auf der Matte, beziehungsweise vor der Ignatz-Bubis-Brücke in Sachsenhausen.

Spitzenwert waren im letzten Sommer 1500 Skater. Derlei Großveranstaltungen müssen schon bei der Planung gut organisiert werden, um mögliches Chaos gar nicht erst entstehen zu lassen. Sein Hobby zum (Neben-) Beruf gemacht hat Dirk May. Er ist Chef der Veranstaltung und organisiert zusätzlich mit „TNS goes!“ Skatereisen in alle Welt – unter anderem zu exotischen Zielen wie Luxor, Kuba, Djerba und Florida. Unterstützt wird May jede Woche durch ein 30- bis 40-köpfiges Team von Ordnern, ausgestattet mit eigens bedruckten gelben Signalwesten, Musikbox und Erste-Hilfe-Rucksack.

Ganz vorn fahren vier Polizei-Motorräder

Der 45-jährige André ist einer der gelben Engel. Er kommt jeden Dienstag mit Teamkollege Miro über 40 Kilometer aus Wiesbaden angerollt - nicht auf Auto- oder S-Bahn-Reifen, sondern auf Polyurethan-Spulen unter den Füßen. Da wundert´s niemand mehr, wenn der Sportler im Jahr 3000 Kilometer auf Skates zusammen fährt, allein die TNS zählt ja schon zwischen 30 und 35 Kilometer. André: „Das hört sich schlimmer an als es ist. Wir machen alle paar Kilometer einen kurzen Sammelstopp, um das Feld wieder zu schließen. Ganz vorn fahren vier Polizei-Motorräder und ein Einsatzwagen mit Blaulicht, die die Straße freiräumen. Dann kommen mindestens 30 Ordner, noch ein Einsatzfahrzeug, und anschließend zwei Ordner, die das Feld anführen.“

An diesen beiden dürfe kein Teilnehmer vorbei rollen. In der Mitte und ganz hinten fahren nochmal zwei bis vier Ordner, bis am Ende die Stadtpolizei und ein Krankenwagen die „Lumpensammler“ bilden. „Angst, verloren zu gehen, braucht man also nicht zu haben“, grinst der Profi. Auch der Krankenwagen komme selten zum Einsatz, wenn, dann meist für ein paar Schürfwunden. Die Strecke wechselt jede Woche. Manchmal gibt es zwischendurch eine „Tank-Pause“ oder Ausstiegsmöglichkeit am Startpunkt.

Tuesday-Night-Skating in Frankfurt

Jeden Dienstag Abend gehören Frankfurts Straßen den Inline-Skatern. Die Tuesday-Night-Skating-Veranstaltung lockte zahlreiche Rollfans in die Stadt, um sich sportlich auszutoben. Für Inline-Skater ist TNS das wöchentliche Highlight, schließlich dürfen sie unter Aufsicht von Polizei und Ordnern auf den bestens asphaltierten Straßen fahren.

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Viele Teilnehmer sind seit dem ersten Lauf 1999 vom TNS-Virus infiziert. Die besondere Stimmung während der Dämmerungszeit, wenn der Großstadtverkehr langsam erlahmt, die vielen Lichter angehen, die gemeinsame Energie der Läufer und Freude an der Sache – wenn das Gefühl einen mal gepackt hat, lässt es einen so schnell nicht mehr los. Beschreiben tut er´s nicht – erreicht hat es den 29-jährigen Thomas 2004. Er kommt extra wegen der TNS aus Heidelberg mit der Bahn angereist. Der Lagerlogistiker: „Ich skate, seit es diese Dinger zu kaufen gibt. Meine ersten hab ich vor knapp 20 Jahren im Aldi erstanden.“ Jetzt zieren moderne Speed-Skates mit rund zehn Zentimeter Rollendurchmesser seine Füße. In Heidelberg gäbe es zwar auch eine Skate-Night. „Da pienzt die Polizei aber immer gleich rum.“ so Thomas. In Frankfurt sei alles etwas lockerer.

Quelle: op-online.de

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