Singulus setzt auf die Kraft der Sonne

Kahl - Die Singulus AG aus Kahl am Main will vom Boom bei den Regenerativen Energien profitieren und in diesem Jahr vor allem mit Produkten für die Photovoltaik-Branche den Umschwung schaffen. Von Achim Lederle

Das Unternehmen mit den zwei Standbeinen Optical Disc (CD, DVD, Blu-Ray Disc) und Solar baut Spezialmaschinen für die CD-Herstellung und die Solarzellenproduktion. 2011 plant Singulus die Neueinstellung von mindestens einem Dutzend hochqualifizierter Mitarbeiter, wie ein Sprecher gestern unserer Zeitung sagte. Gesucht würden derzeit an den beiden Standorten Kahl und Fürstenfeldbruck vor allem Techniker und Ingenieure für das Projekt- und Qualitätsmanagement. Am bayerischen Standort seien Ausbildungsplätze zu besetzen, wie der Sprecher sagte.

Nachdem jahrelang Personal abgebaut und zuletzt im Jahr 2007 ein Gewinn erzielt worden ist, setzt Singulus nun vor allem auf die Solarindustrie. Hier erwartet das Unternehmen weltweite Wachstumsraten von 40 bis 50 Prozent in den kommenden Jahren. „Im Solar-Segment wird sich Singulus Technologies im Bereich der Produktionstechnik für die kristallinen und für Dünnschicht-Solarzellen weiter durchsetzen“, zeigte sich der Vorstand kürzlich bei der Präsentation der Zahlen für 2010 überzeugt.

Bereits in diesem Jahr soll das Geschäft mit Produktionsanlagen für Solarzellen das Konzernergebnis nachhaltig verbessern. Wie Finanzvorstand Markus Ehret bei der Bilanzvorlage sagte, blieb Singulus 2010 mit minus 80,2 Millionen Euro beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) noch unter dem Ergebnis von 2009 (minus 73,3 Millionen Euro).

Der Umsatz sei leicht von 116,6 auf 120,1 Millionen Euro angestiegen, wobei das Segment Optical Disc 88,7 Millionen, der Bereich Solar 25,5 Millionen und das Segment Halbleiter 5,9 Millionen Euro zum Umsatz beigesteuert hätten. Die Zahl der Mitarbeiter sank nach Angaben von Ehret 2010 um 113 auf 459. Der Auftragseingang steigerte sich von 81,1 Millionen Euro im Jahr 2009 auf 128,2 Millionen Euro im Vorjahr.

Wie der Singulus-Sprecher sagte, habe das Unternehmen bei der Vakuumbeschichtung von Solarzellen neue Verfahren entwickelt. In sogenannten Selenisierungsöfen, die etwa 40 Meter lang sind, werden dünne Materialschichten auf Glas gebrannt. Der Sprecher vergleicht das Verfahren „wie das Backen einer Pizza im Ofen. Nur wird hier statt Käse auf Teig bei über 500 Grad das Solarzellenmaterial auf einer Glasscheibe eingebacken.“ Singulus habe bereits Aufträge für acht solcher Öfen einholt. Der Wert dieser Ordereingänge betrage alleine rund 50 Millionen Euro. „Singulus Technologies ist für die Zukunft sehr gut aufgestellt und hat gute Chancen, wieder in eine Phase stabiler Erträge zurückzukehren“, lautet denn auch der optimistische Ausblick des Vorstands.

Quelle: op-online.de

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