Vertrauen zum Bischof „irreparabel zerstört“

Bistum Limburg verspricht Transparenz

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Derzeit beurlaubt: Limburgs Skandal-Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Limburg - Nach der Affäre um Franz-Peter Tebartz-van Elst hat das Bistum Limburg angekündigt, seine Finanzen offenzulegen. Dass der beurlaubte Skandal-Bischof auf seinen Posten zurückkehrt, wird indes immer unwahrscheinlicher.

Das Bistum Limburg kündigt nach der Affäre um den teuren Bischofssitz Transparenz an: Alle Finanzen sollen offengelegt werden. Das sagte der Finanzdezernent des Bistums, Gordon Sobbeck, der Wochenzeitung „Die Zeit“ (heutige Ausgabe). „Wir wollen das Vermögen, aber auch die Verpflichtungen vollständig transparent machen.“

Unter Führung von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst waren die Kosten der neuen Residenz auf mindestens 31 Millionen Euro gestiegen. Wegen der Kostensteigerung, aber auch wegen Kritik an seinem Führungsstil ist der Bischof derzeit beurlaubt.

Der Bau auf dem Limburger Domberg war aus einem Sondervermögen, dem Bischöflichen Stuhl, finanziert worden. Nun habe der neue Generalvikar Wolfgang Rösch angeordnet, alle Finanz- und Bauangelegenheiten des Bischöflichen Stuhls in die Bistumsverwaltung zurückzuführen, sagte Sobbeck. „Diese Entscheidung ist der erste Schritt, um Fehler wie in der Vergangenheit zu vermeiden“.

Der Haushalt der Diözese Limburg umfasst nach Sobbecks Angaben kommendes Jahr 214 Millionen Euro, die zu 83 Prozent aus Kirchensteuern stammen. Daneben gibt es Sondervermögen und Rücklagen, die für Pensionsverpflichtungen, zum Unterhalt von Immobilien oder katholische Schulen bestimmt sind.

Sobbeck plädierte dafür, dass alle katholischen Bistümer ihre Finanzen nach gleichen Standards offenlegen sollten. Die Kosten der Residenz werden derzeit auch von einer Kommission der Deutschen Bischofskonferenz geprüft. Zu einer möglichen Rückkehr des Bischofs in sein Amt sagte der Finanzdezernent: „Die verschiedensten Gremien des Bistums haben unisono festgestellt, dass die Vertrauensbasis irreparabel zerstört ist. Weitere Spekulationen braucht das Bistum nicht.“

dpa

Quelle: op-online.de

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