Skatepark „Concrete Jungle“

„Das Beste im ganzen Umkreis“

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Ein Paradies für Inlineskater und Biker: Die Anlage neben dem Neubau der Europäischen Zentralbank.

Frankfurt - Das Mainufer ist um eine Attraktion reicher: Am Frankfurter Osthafen wurde der riesige Skater- und Bikerpark „Concrete Jungle“ eröffnet. Alledings gibt es Kritik an der Bauausführung. Von Silke Gelhausen-Schüßler

 Seit einigen Tagen dürfen Skater und Biker den nagelneuen Skaterparcours „Concrete Jungle“ im Osthafenpark ausprobieren. Nach der offiziellen Durchschneidung des Absperrbands am Wochenende nutzen BMX-Biker und Skateboarder die Gelegenheit und weihen den Betondschungel begeistert ein. Die Inlineskater begnügen sich wegen der ungünstigen Witterung vorerst mit Zuschauen: der Beton ist an vielen Stellen noch zu feucht für deren Rollen.

Die Anlage ist Teil des 8,5 Millionen Euro teuren „Hafenparks“, der auf einem Areal von insgesamt 40.000 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe der neuen Europäischen Zentralbank angelegt wird und sich somit fast in Steinwurfweite von Offenbach befindet. Der Skaterbereich mit einer Grundfläche von 5500 Quadratmetern kostet die Stadt Frankfurt 1,8 Millionen Euro. Die Fans der Trendsportarten, die sich hier austoben dürfen, brauchen keinen Eintritt zu zahlen. Die Anlage steht allen offen. Nutzer müssen allerdings diverse Regeln einhalten, Schutzkleidung ist vorgeschrieben.

Zu wenig Gefühl für die Sache

Es geht ab im „Hafenpark“ im Osten Frankfurts.

So ganz ließ sich die Szene bei der Eröffnung vom allgemeinen Optimismus allerdings nicht anstecken: Marcel Bourgeon, Vorsitzender von „Concrete Sk8“ und Weltcup-Fahrer, lässt seinem Unmut freien Lauf. Nach der lobenden Eröffnungsrede durch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) nutzt er den Platz am Mikrofon für kritische Töne: „Ich will jetzt nicht undankbar rüberkommen. Der Park ist das Beste, was es im Umkreis gibt. Aber leider ist er nicht so geworden, wie wir ihn uns gewünscht haben.“ Die Curbs (Aufkantungen) seien teilweise zu niedrig, manche Rails (Geländer) so steil, dass selbst langjährige Skater sie kaum fahren könnten. Seiner Meinung nach hätte die Baufirma die Vorgaben der Szene nicht mit dem ausreichenden Gefühl für die Sache umgesetzt. Das habe die Aktiven emotional sehr mitgenommen.

In der engeren Wahl von sechs Baufirmen war auch eine US-Firma – diese hätte Bourgeon lieber als Verantwortlichen für den Ausbau gesehen. Leider erlangten „die Amis“ aber nicht die deutsche Bewerbungszulassung, deshalb ging der Zuschlag an die Firma Nagelschneider aus der bayerischen Landeshauptstadt. Auch sie verfügt allerdings über beste Referenzen: ihre Spritzbetonkolonne hat schon sechs solcher Anlagen verwirklicht, zuletzt eine im Münchner Hirschgarten. Das Ganze sei umso enttäuschender, weil der Park in insgesamt sechs Workshops gemeinsam geplant und erarbeitet worden sei.

Concrete Jungle: Neuer Skatepark in Frankfurt

Der "Concrete Jungle" ist eröffnet: Auf rund 5000 qm können sich ab sofort Biker und Skater direkt neben der zukünftigen Europäischen Zentralbank im Frankfurter Ostend austoben. Trotz schlechten Wetters ließen es sich die Sportler nicht nehmen, den neuen Skatepark auf Fahrbarkeit zu testen.

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Dabei einigten sich Skater unterschiedlicher Stile, BMX-Fahrer, das Berliner Büro sinai und das Frankfurter Grünflächenamt auf eine für alle optimale Lösung. Diese Vorschläge ließ sinai in seine Baupläne einfließen und als 23 Holzmodell-Schablonen bauen. „Die Herausforderung lag darin, ein Maximum an Fahrspaß mit einem haltbaren Belag zu verbinden“, erklärt Heike Appel, Planungsleiterin im Grünflächenamt. Die tiefste „Bowl“ (Becken) im Areal ist 3,80 Meter unter Bodenniveau, insgesamt 550 Meter Stützmauern und Aufkantungen wurden gegossen. Die geformten Flächen des in einen Street- und einen Bowl-Bereich geteilten Parcours wurden anhand der Schablonen mit Glättwerkzeugen in Handarbeit hergestellt.

Jürgen Horrwarth stand der Baufirma beratend - als mehrfacher Europameister und Profi-Skater - zur Seite. Der Frankfurter Grünflächenamtsleiter Stephan Heldmann zeigt sich von der Szene-Kritik einigermaßen enttäuscht, ist sich aber sicher: „Der Park wird gut angenommen werden.“

Quelle: op-online.de

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