Skyline-Plaza: Neuer Anlauf nach dem Fehlstart

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Peek und Cloppenburg, H & M, Saturn und Rewe zählen zu den Ankermietern der Skyline-Plaza, die seit der Eröffnung mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, beispielsweise mit einer U-Bahn-Baustelle.

Frankfurt - Daniel Quaas hat seinen Job als Center-Manager von der Pike auf gelernt. Sogar im Hasenkostüm ist der mittlerweile 30-Jährige schon durch Einkaufszentren gelaufen. Von Christoph Zöllner 

Seine aktuelle Aufgabe ist jedoch anspruchsvoller: Seit April leitet er offiziell das Einkaufszentrum Skyline-Plaza an der Frankfurter Messe, das seit einem Jahr 170 Märkte und Geschäfte auf 38.000 Quadratmetern Fläche bietet.

Vergnügungssteuerpflichtig ist der Job nicht. Denn die Plaza hat einen klassischen Fehlstart hingelegt. Weniger Kunden als erhofft besuchten das 360 Millionen Euro teure Einkaufszentrum im Europaviertel, so dass viele Mieter verärgert reagierten. Unter anderem ein Blumenladen und ein Juwelier gaben mittlerweile auf; zurzeit stehen fünf Flächen frei, Quaas verhandelt mit potenziellen neuen Mietern. Im Februar hatte das Center die wöchentlichen Öffnungszeiten um sechs Stunden verkürzt.

Die Kritik der Kunden reichte von hohen Parkgebühren über wenige Toiletten, die auch noch Geld kosten, bis hin zu mangelhafter Beschilderung. Was blieb Quaas anderes übrig, als die Mängelliste Punkt für Punkt abzuarbeiten: Inzwischen parken die Besucher die erste Stunde kostenlos, berichtet Quaas. Ihm zufolge kommt nur 30 Prozent der Kundschaft mit dem Auto, der Rest mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Ein weiteres Problem bleibt Quaas bis 2021 erhalten: die U-Bahn-Baustelle. „Die Situation ist unbefriedigend“, sagte Quaas, der für die ECE Projektmanagement Gesellschaft arbeitet, die auch das Isenburg-Zentrum, das Main-Taunus-Zentrum und das Hessen-Center betreibt. Stundenweise habe es Sperrungen gegeben, bei Regen seien die Wege matschig. „Das kann so nicht weitergehen“, schimpfte Quaas. Inzwischen habe er die Zusage erhalten, dass die Wege ab dem nächsten Jahr befestigt und Sichtschutzwände montiert werden.

Einer Umfrage zufolge ist fast jeder dritte Kunde Tourist oder Messebesucher. Kein Wunder, dass die Center-Pläne nicht nur in Deutsch und Englisch, sondern auch auf Chinesisch erhältlich sind. Optimistisch stimmt Quaas, dass es kein Sommerloch gab; im Schnitt werden seit Jahresbeginn 20.000 Gäste pro Tag gezählt. Wie viele davon einkaufen, ist unklar. „Meine Aufgabe ist es, Leute hierherzubringen“, so Quaas, der auch den Dachgarten mit seiner herrlichen Aussicht und den Food-Court – mit 30 Einheiten soll es der größte in Frankfurt sein - als Pluspunkte anführt.

Bilder vom Einkaufszentrum Skyline Plaza

Bilder vom neuen Einkaufszentrum Skyline Plaza in Frankfurt

Punkten will Quaas zudem beim Service, etwa mit dem Verleih von Kinder-Buggys, Rollstühlen, Kinderbüchern und Regenschirmen. Auf dem Dachgarten gibt es Tischtennisschläger, Boulekugeln und Schachfiguren. Ab Oktober wird im Parkhaus Car-Sharing angeboten, ab dem Frühjahr Bike-Sharing. Und bis zum Jahresende soll eine Stromtankstelle folgen. Angedacht ist auch, in der Vorweihnachtszeit bereits ausgesuchte Waren zum Kunden nach Hause zu liefern.

Außerdem setzt Quaas auf digitale Trümpfe wie zwei Stunden kostenloses W-LAN und digitale Lagepläne via QR-Code. 28 461 „Freunde“ bei Facebook und das kontinuierlich wachsende Europaviertel nähren bei ihm die Hoffnung, dass noch mehr Kunden aus dem 2,5 Millionen Menschen umfassenden Einzugsgebiet den Weg an die Messe finden.

Eigentlich hätte die Plaza schon Ende August Geburtstag feiern können. Wegen der im September erscheinenden neuen Mode hat Quaas aber die „Party“ kurzerhand verschoben. Ab morgen bis zum 12. Oktober sind Aktionen und Gewinnspiele geplant.

Quelle: op-online.de

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