Sohn rächt Tod der Mutter: Sechs Jahre Knast

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Der 19-Jährige hat seinen Vater aus Rache für den Tod der Mutter erstochen.

Darmstadt - Für den Mord an seinem Vater (39) muss ein 19-Jähriger aus Obertshausen für sechs Jahre ins Gefängnis. Fünf Jahre zuvor hatte der Vater in derselben Wohnung die Mutter des jungen Mannes erstochen.

In der Nacht zum 17. Dezember 2008 nahm der 19-jährige Türke Rasit Y. ein Küchenmesser. Mit der dreißig Zentimeter langen Klinge sticht der Sohn dem Vater Harun (39) in den Hals und verletzt ihn damit tödlich.

„Ich habe dabei wohl an meine Mutter gedacht"

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Auslöser für den Mord war eine dramatische Vorgeschichte. Sie lag bereits fünfeinhalb Jahre zurück. Am 23. April 2003 nahm der Vater ebenfalls ein Messer und erstach seine Frau Bilge (33), weil Sie scheiden lassen wollte. Von dieser Tragödie erfuhr Rasit erst einen Tag später. Die Tat seines Vaters hat er nie überwunden. Aufgrund seiner Depressionen begab er sich im Jahr 2004 in Therapie.

Nachdem der Vater aus dem Gefängnis entlassen wurde, bezog Rasit die Wohnung erneut. Diesmal gemeinsam mit seinem Vater. Seither wohnten sie ganz normal zusammen. Planten sogar ein gemeinsames Haus und ein Auto. Bis zu jenem Abend im Dezember 2008.

“Der Angeklagte hat diesen Konflikt nie verarbeiten können“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel. Das Landgericht Darmstadt befand den jungen Mann am Freitag für schuldig, den 39-Jährigen deswegen Ende 2008 im südhessischen Obertshausen umgebracht zu haben.

Die Kammer wandte das Jugendstrafrecht an, das für Mord maximal zehn Jahre Haft vorsieht. Der Vater war wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er war wenige Monate vor seinem Tod vorzeitig freigekommen.

Quelle: op-online.de

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