Soko reist Wolf hinterher

Frankfurt - (dpa/AP) Nach seiner überstürzten Flucht in einem Waldstück in Niedersachsen fehlte von dem mit Hochdruck gesuchten Schwerverbrecher Thomas Wolf gestern eine neue Spur. Ein Teil der 80-köpfigen Sonderkommission „Wolf“ sei nach Niedersachsen gefahren, um die Polizei dort zu unterstützen, sagte der Frankfurter Polizeisprecher André Sturmeit gestern.

Der wahrscheinlich bewaffnete Ex-Häftling hatte vor rund fünf Wochen eine Wiesbadener Bankiersgattin entführt und 1,8 Millionen Euro erpresst.

Der 56-Jährige werde möglicherweise versuchen, wieder ein Auto zu mieten oder sich im Umfeld von Delmenhorst einen Unterschlupf suchen, sagte Sturmeit. Die Spuren aus dem Fluchtfahrzeug, das Wolf am Freitag an dem Wald zurückgelassen hatte, würden noch ausgewertet. Die Fahnder gehen davon aus, dass Wolf das Auto mit gestohlenen Kennzeichen tarnte. Die Diebstähle wurden in Berlin und im Bereich Würzburg gemeldet. Am Freitag war das Kennzeichen AP-FY 43 angeschraubt.

Ein Passant hatte das Fluchtfahrzeug, einen silbernen VW Golf Variant, am Maifeiertag im Wald bei Beckeln-Holzhausen entdeckt. Das Auto hatte am Morgen noch nicht an der Stelle gestanden, als Jäger unterwegs waren, sagte Sturmeit. Möglicherweise hätten die Schüsse den Gesuchten aufgeschreckt, der einige Tage in dem Wagen übernachtet haben soll.

Wolf habe sich wahrscheinlich bei dem Versuch, rückwärts auf einen Waldweg einzubiegen, im Morast festgefahren und das Auto Hals über Kopf verlassen. Er soll zu Fuß oder mit einem Rad ohne Sattel unterwegs sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass Wolf nicht viel Geld bei sich hat. Im Auto entdeckten sie einige tausend Euro. Außerdem war eine kleine Menge Marihuana in dem Auto. Von weiteren Gegenständen verspricht sich die Sonderkommission neue Fahndungsansätze. Eine Hundertschaft der Polizei durchsuchte nach der Entdeckung des Autos zudem den umliegenden Wald.

Wolf ist einer der meistgesuchten Verbrecher Deutschlands, nach ihm wird auch international gefahndet. Er hatte fast acht Jahre unter dem Namen David van Dijk im Frankfurter Westend bei einer ahnungslosen Frau gewohnt. Wolf war im Jahr 2000 von einem Hafturlaub nicht in das Gefängnis von Moers (Nordrhein-Westfalen) zurückgekehrt, wo er eine Gesamtstrafe von 21 Jahren verbüßte. Seitdem wird er für mehrere Überfälle in Deutschland, Belgien und den Niederlanden verantwortlich gemacht.

Für Hinweise auf den Täter und das verschwundene Lösegeld ist eine Belohnung von 100 000 Euro ausgesetzt. Wolf ist 1,85 Meter groß, trägt zeitweise eine Brille, spricht hochdeutsch, gegebenenfalls mit rheinländischem Dialekt, aber auch Niederländisch und sehr gut Englisch.

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Quelle: op-online.de

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