Um 22 Uhr soll Schluss sein mit Flügen

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Protestplakat an der evangelischen Bergkirche in Frankfurt-Sachsenhausen

Frankfurt (psh/mic) - SPD und CDU in der Region reagieren auf die Protestwelle: Beide Parteien wollen das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen um zwei Stunden verlängern.

Aus den eigenen Reihen wird die CDU/FDP-Landesregierung zudem immer lautstarker mit der Forderung nach einem verbesserten Lärmschutz konfrontiert.

Nach der CDU im Kreis Offenbach treten auch die SPD-Fraktionen in den Stadtverordnetenversammlungen von Frankfurt und Offenbach gemeinsam für eine Ausweitung des Nachtflugverbotes am Frankfurter Flughafen auf die Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr ein. Dies erklärten die Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Frankfurter Römer, Klaus Oesterling, und in der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung, Andreas Schneider, „Dieser Zeitraum entspricht dem gesetzlichen Begriff der Nacht“, sagte Schneider dazu: „Es kann nicht sein, dass Bürger regelmäßig morgens um 5 Uhr aus dem Schlaf gerissen werden“. Die bisherigen Regelungen zum Schutz der Nachtruhe seien „einfach nicht ausreichend“, so Oesterling. Sie schlossen sich damit auch entsprechenden Forderungen der Grünen und von Bürgerinitiativen an.

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Die CDU in Frankfurt hatte bereits ein Aktionsprogramm veröffentlicht mit dem Titel „Frankfurter Süden schnell vom Fluglärm entlasten“ vorgelegt. Darin wird vorgeschlagen, die neue Nordwestbahn zwischen 22 und 23 sowie zwischen 5 und 6 Uhr nur zu nutzen, wenn die anderen Bahnen belegt sind. Damit würde das Frankfurter Stadtgebiet entlastet, Offenbach bekommt so allerdings mehr Lärm ab. Bei den Parteifreunden im Kreis Offenbach stößt das auf scharfe Kritik. „Eine zusätzliche Belastung der Bevölkerung im Kreis Offenbach ist für uns nicht hinnehmbar“, sagten Frank Lortz, Kreischef der CDU, und Bernd Abeln, Fraktionschef der CDU im Kreistag. Es spreche nichts gegen die Ausweitung des Nachtflugverbots, wenn das von 22 Uhr bis 6 Uhr aus Frankfurt gefordert werde.

Unterdessen versicherten Lufthansa und Fraport, dass sie erhebliche Anstrengungen unternehmen würden, um die 23-Uhr-Grenze beim Nachtflugverbot in Frankfurt einzuhalten. Dabei gehe es einerseits um technische Vorbereitungen bei einer sich im Tagesverlauf verschlechternden Wetterlage. Zudem würden frühzeitig Unterbringungsmöglichkeiten für gestrandete Passagiere geprüft.

Quelle: op-online.de

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