Ein Sommer zum Vergessen

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Einsame Schwimmer

Frankfurt - Es regnet. Immer mal wieder, und das mitten im Sommer. Das wechselhafte Wetter drückt die Umsätze der Zoos, Freibäder und Eisdielen. Einige klagen über knapp ein Drittel weniger Besucher. Die Hoffnung der Betreiber: die Ferien und ein sonniger August. Von Sebastian Scholz

Zoos ohne Besucher, leere Liegewiesen und kaum Interesse an kühlen Eisbechern. Der Sommer bietet zwar immer wieder schöne Sonnentage, doch das Wetter ist insgesamt zu wechselhaft und vermiest Tiergärten, Freibädern und Eisdielen in Hessen den Umsatz. Bei vielen gehen die Besucherzahlen zurück, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergeben hat.

Open-Air mit Plastikschutz

„Das Geschäft läuft nicht gut“, sagt Petra Voll vom Marketing der Bäder-Betriebe Frankfurt. Im Vergleich zum Vorjahr seien im allein im Juni 31 Prozent weniger Besucher in den Freibädern gezählt worden.

Auch im Raum Gießen sind viele Schwimmer in den vergangenen Wochen lieber zu Hause. „Wir haben noch einmal 10 bis 20 Prozent weniger Besucher als im Vorjahr, und das war schon eine schlechte Saison“, klagte Matthias Acker, Sprecher der Bäderbetreiberin Stadtwerke Gießen. Er hofft nun auf einen erfolgreichen Restsommer: „Ein guter August kann die Saison noch retten.“

„Es ist zum Heulen“

Rummelplatz ohne Rummel

Gerhard Müller-Westermeier vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach kann das Klagen der Betreiber nachvollziehen. „Die Temperaturen waren zwar relativ gut, aber der Juni war im Durchschnitt wesentlich sonnenärmer und regnerischer als sonst.“ In einigen Regionen in Nordhessen regnete es anderthalb Mal so viel wie normal. Und es wird in den nächsten Wochen auch voraussichtlich so wechselhaft bleiben, sagte Müller-Westermeier.

Wenig Sonnenschein, das trifft vor allem die Eisverkäufer: „Es ist zum Heulen“, sagte die Sprecherin des Verbands italienischer Speiseeishersteller Uniteis in Seligenstadt, Annalisa Carnio. Ihre Mitglieder verzeichneten bis zu 20 Prozent Umsatzeinbruch im Vergleich zum Jahr 2011 - und das, obwohl der Sommer bisher relativ warm war. „Wir brauchen Sonnenschein. Bei bewölktem Himmel und Regen essen die Menschen kein Eis. Auf die Temperaturen kommt es nicht unbedingt an.“

Auch vor den Gehegen der Zootiere im Land versammelten sich weniger Besucher. Von einer schlechten Saison mochte die Sprecherin des Frankfurter Zoos, Margarete Herrmann, aber noch nicht sprechen. „Dafür ist es noch zu früh. Wir hatten ein gutes Frühjahr, und jetzt kommt es auf die Ferien an.“

„Wassereis“

Auch der Opel-Zoo in Kronberg muss in seiner Halbjahresbilanz einen Besucherrückgang von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Doch Christine Kurrle aus dem Marketing gibt sich optimistisch: „Die Ausfälle sind noch nicht drastisch. Wir hoffen auf eine gute Restsaison, bilanziert wird erst am Ende des Jahres.“

Enttäuscht wurden unter anderem Freunde von Gorillas und Schimpansen: Denn die müssen bei schlechtem Wetter im warmen Innengehege bleiben und konnten nicht raus aufs Gelände. „Unsere Menschenaffen werden sonst zu schnell krank“, sagte Kurrle.

dpa 

Quelle: op-online.de

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