Bauindustrie sieht Investitionsstau

Sorgen um Infrastruktur in Hessen

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Frankfurt - Bund und Land stecken nicht genug Geld in die Infrastruktur, so die hessischen Baufirmen. In Wohnungen ist 2013 mehr investiert worden. Von Marc Kuhn

Die hessischen Bauunternehmen klagen über zu geringe Investitionen des Bundes und des Landes in die Infrastruktur. Die schwarz-rote Regierung wolle nur fünf Milliarden Euro in der Legislaturperiode dafür ausgeben, sagte Peter Hübner, Präsident des Bauindustrieverbands Hessen-Thüringen, gestern in Frankfurt. „Da muss mehr geschehen“, fügte Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes, hinzu. Mit „gemischten Gefühlen“ sehe die Bauindustrie der Politik der schwarz-grünen Landesregierung entgegen, erklärte Hübner weiter.

Für den Straßenbau zeichne sich ein Etat von 90 bis 100 Millionen Euro ab. Das reiche nicht aus. Hübner sprach von einem „unendlichen Baubedarf“ und einem Investitionsstau. Bis 2030 müssten in Deutschland alleine etwa 10.000 Brücken ersetzt werden, 15 bis 20 Prozent davon seien in Hessen. Studien zufolge müsste der Bund pro Jahr 7,2 Milliarden Euro in die Infrastruktur stecken, berichtete Hübner. Rund zehn Prozent des Betrags müsste nach Hessen fließen, sagte Loewenstein.

Im Baugewerbe hat sich der Umsatz im vergangenen Jahr in der Zeit vom Januar bis November um 7,3 Prozent auf sechs Milliarden Euro erhöht. Für das gesamte Jahr werde mit Erlösen von 6,5 Milliarden Euro gerechnet, sagte Rainer von Borstel, Hauptgeschäftsführer des Verbands baugewerblicher Unternehmen in Hessen. Beim gewerblichen und industriellen Bau stagnierte der Umsatz in der Zeit von Januar bis November bei 2,1 Milliarden Euro. Im öffentlichen und Verkehrsbau legten die Erlöse in dem Zeitraum um 4,6 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro zu. Im Wohnungsbau stiegen sie um 17 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Investoren werden abgeschreckt

Allerdings sei meist nicht bezahlbarer Wohnraum entstanden, sagte Michael Kellermann, Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmen in Hessen. Häufig würden Wohnungen als Kapitalanlagen angesehen. Eine von der Bundesregierung geplante Mietpreisbremse lehnte von Borstel allerdings ab. Hübner sprach von einer „Fehlentwicklung, wie jeder staatliche Eingriff“. Investoren würden abgeschreckt.

2013 sind in der hessischen Bauwirtschaft im vierten Jahr in Folge neue Arbeitsplätze entstanden. Im Jahresdurchschnitt stieg die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zu 2012 um 2,5 Prozent auf zwischenzeitlich über 52 000, so der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen. Die Zahl der Betriebe erhöhte sich um 2,1 Prozent auf knapp 5 900.

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Quelle: op-online.de

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