Studie zeigt Nachhaltigkeit der 72-Stunden-Sozialaktion „Uns schickt der Himmel“

Mehr als ein neuer Brotbackofen

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Einen vorher unansehnlichen Platz hat die Katholische Jugend Mühlheim in einen Kräutergarten verwandelt.

Offenbach - Das 72-Stunden-Projekt des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wirkt nach knapp einem Jahr auch in der Region immer noch nach. Die bundesweite Sozial-Aktion, die im Sommer 2013 ausgetragen wurde, sorgt für positives Feedback bei den Teilnehmern. Von Vanessa Koller 

Das zeigt eine Studie, in der fast alle Befragten für eine Wiederholung sind. Ob das Bauen eines neuen Brotbackofens oder die Schaffung einer naturbelassenen Spiel- und Freizeitfläche – innerhalb von drei Tagen stellten Pfadfinder, Ministranten und andere Helfer unzählige Projekte im Landkreis Offenbach auf die Beine. „Die Aktion war hervorragend“, erzählt Roland Franz von der Katholischen Jugendzentrale Dekanat Offenbach Land, „das soziale Miteinander wurde bei allen Teilnehmern gestärkt, in den Gruppen entsteht eine eigene Dynamik, die nachhaltig wirkt.“ Im Landkreis Offenbach beteiligten sich 14 Gruppen mit rund 500 freiwilligen Helfern.

Dass die bundesweite Sozial-Aktion „Uns schickt der Himmel“ länger wirkt, als drei Tage, zeigt eine Studie, die die BDKJ in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster herausbrachte. Von 1 338 befragten Jugendlichen möchten fast alle bei der nächsten Aktion dabei sein, die meisten wünschen bereits im nächsten Jahr eine Wiederholung. Gute Noten bekommt das Projekt auch in Sachen Engagementförderung: Über die Hälfte gibt an, sich wegen der 72-Stunden Aktion verstärkt für etwas Gutes einzusetzen.

Naturbelassene Spiel- und Freizeitfläche

In Dietzenbach haben die Pfadfinder der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin die Kinder- und Jugendfarm an der Schilflache neu gestaltet. Sie legten unter anderem ein Feuchtbiotop und Tomatenbeete an. Dekanatsjugendreferent Roland Franz hat selbst in der Nacht noch auf dem Bagger gesessen: „Abenteuerlich war der Bau eines Sandkastens. Die Helfer verzweifelten an der Beschaffung von 30 Kubikmetern Sand.“ Ein hilfsbereiter Bauer lieferte schließlich einen riesigen Sandberg, dem Sandkastenbau stand nichts mehr im Wege. Der Pfadfinderstamm nahm bereits zum dritten Mal an der bundesweiten Hilfsaktion teil.

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72 Stunden bis zum Brotbackofen

Auch in Langen waren die Ministranten der Kirchengemeinde St. Jakobus zum zweiten Mal mit von der Partie. Die himmlischen Helfer haben binnen 72 Stunden eine naturbelassene Spiel- und Freizeitfläche im Nordend geschaffen. Die 55-köpfige Gruppe und Aktions-Patin Dunja Rajter entfernten Gestrüpp, schütteten Erde auf und legten Beete an.

In Rödermark galt alle Aufmerksamkeit dem Platz hinter dem Badehaus. 60 Pfadfinder und ihre Helfer waren mit Schaufeln und Baggern zugange. Der Zustand des Platzes gab immer wieder Anlass zu Beschwerden. Mit einem neuen Volleyballfeld, kreativer Müllentsorgung und einer Frischzellenkur für den Bolzplatz soll der Platz in Zukunft sinnvoller genutzt werden.

In Dreieich schufteten 30 Jungen und Mädchen der Weibelfeld-Schule an einem neuen Brotbackofen für das Altenpflegeheim Johanniter-Haus Dietrichsroth. „Gerade, dass Jugendliche sich unentgeldlich für eine soziale Sache engagieren, ist für die Senioren schön“ freut sich Roland Franz. Die Heimbewohner freuen sich auch über ein neues Pavillon, das bei Spaziergängen als Zwischenstation genutzt werden kann.

4000 soziale Projekte

Mitglieder der Katholischen Jugend in Mühlheim legten einen Garten an einer Einrichtung der Theresien Kinder- und Jugendhilfe an. Der Platz strahlt nun mit 50 verschiedenen heimischen Kräutern statt Gestrüpp und Unkraut. Die Jugendlichen gehörten zu den wenigen Aktionsgruppen, die bis kurz vor Beginn des Projektes nicht wussten, womit sie es zu tun haben werden.

Die „himmlischen Helfer“ der 72-Stunden-Aktion wurden durch Material- und Geldspenden unterstützt. Neben Sponsoren wie örtlichen Bürgermeistern und prominente Schirmherren haben auch private Spender den Gruppen geholfen. In ganz Deutschland beteiligten sich im vergangenen Juni 175 000 Freiwillige an rund 4 000 sozialen Projekten. Im Mai werden Verantwortliche aus ganz Deutschland bei der BDKJ-Hauptversammlung darüber beraten, ob und wann es wieder eine Sozial-Aktion geben wird.

Quelle: op-online.de

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