Sozialbetrüger kassiert zu Unrecht 88.000 Euro an Stütze

Darmstadt/Raunheim (mic) - Einen besonders dreisten Fall von Hartz IV-Betrug haben Mitarbeiter der Zollämter in Darmstadt und Lörrach aufgedeckt.

Sie erwischten einen Familienvater, der über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 88.000 Euro Sozialleistungen zu Unrecht eingestrichen hat.

Anfang des Jahres kontrollierten Zöllner am Grenzübergang Lörrach einen aus der Schweiz kommenden Zugreisenden. Der im hessischen Raunheim wohnende Mann gab an, in der Schweiz zu wohnen und zu arbeiten, gleichzeitig aber in Deutschland seit mehreren Jahren „Hartz IV“ zu beziehen. In der Schweiz arbeite er seit 2006 und verdiene seither zwischen 6000 und 7000 Euro netto im Monat. Der 54-jährige Vater eines Sohnes räumte ein, zeitweise zusätzlich auch in der Schweiz Arbeitslosengeld in Höhe von 5800 Euro monatlich bezogen zu haben.

Nie Einkünfte beim Jobcenter in Groß-Gerau erwähnt

Bei dem für die Leistungen in Deutschland zuständigen Jobcenter Groß-Gerau hatte er nie seine Einkünfte erwähnt, obwohl er in regelmäßigen Abständen Folgeanträge auf Leistungen stellte. Bei ordnungsgemäßer Meldung der Einkünfte, so der Zoll gestern, hätten weder er noch seine Familie Leistungen erhalten. Die Zöllner leiteten gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren wegen Betrugs ein. Nach den Sozialgesetzen ist jeder Bezieher von Sozialleistungen verpflichtet, Veränderungen, die für die Unterstützungszahlungen von Bedeutung sind, unverzüglich dem Leistungsträger mitzuteilen. Der Fall ging an die Staatsanwaltschaft.

Quelle: op-online.de

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