Sozialfahnderin Fürst im Glück

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Helena Fürst ist jetzt die  „Anwältin der Armen“.

Frankfurt/Berlin/Dietzenbach -  Sie kämpft jetzt auf der anderen Seite und ist glücklich dabei. Helena Fürst (35) ist die neue „Anwältin der Armen“ bei der Mittagssendung „Punkt12“ von RTL. Von Michael Eschenauer

Wir haben bereits sieben von zehn Folgen abgedreht. Gestern war ich zum Beispiel in Kassel“, berichtet Fürst, die jetzt in Berlin lebt und mit ihrem Lebensabschnitt im Kreis Offenbach abgeschlossen hat. Dort war die Betriebswirtin zuletzt keine Unbekannte: Sie arbeitete hier von 2005 bis zum Juni diesen Jahres als Sozialleistungsexpertin bei der Kreisverwaltung.

Richtig bekannt und auch bei manchem verhasst wurde sie in ihrer Rolle als Sozialfahnderin in der reißerischen Dokusoap „Gnadenlos gerecht“ auf Sat 1, wo sie sich, begleitet von einem Kamerateam, auf die Spuren mutmaßlicher Sozialhilfebetrüger setzte.

Der Wechsel nach Berlin fand bereits im Herbst 2008 statt. Fürst selbst will nicht mehr über die Zeit als „Ermittlerin“ sprechen. Das Gefühl zunehmender Bedrohung durch die „Überprüften“ und der Druck des Mobbings durch Kollegen mag eine Rolle bei dem Ortswechsel gespielt haben. Die Beschäftigung beim Kreis endete offiziell im Juni, vorher war Fürst lange Zeit krank geschrieben.

Menschen zu helfen, macht sie froh

Menschen zu helfen, mache sie froh, sagt Fürst jetzt. „Im Allgemeinen geht es um Leute, die Probleme mit Behörden haben“, so Fürst. Behördenfehler und Behördenwillkür sind das Einsatzgebiet. Da werde bei der Hilfe zum Lebensunterhalt die Erstausstattung nicht bezahlt, es komme in Folge falscher Überweisungen durch Behörden zu Obdachlosigkeit oder Stromsperrungen, der Kauf von Möbeln werde nicht übernommen.

Helena Fürst hilft, wenn Sie nicht mehr weiter wissen!

Schreiben Sie eine E-Mail mit Ihrer Geschichte an: Helena.Fuerst@RTL.de

Mit ihren Erfahrungen als Expertin könne sie helfen, und zwar auch in Fällen, wo sich selbst Anwälte „die Zähne ausbeißen“. Immer wieder würden sich Menschen an sie wenden, wenn es um Notlagen gehe, sich die Behörden aber bei der Hilfe querstellten. „Es geht mir nicht um Konfrontation, sondern darum, gemeinsam mit den Ämtern nach Lösungen zu suchen“, so Fürst. Des weiteren versteht sich die Betriebswirtin und Expertin bei Arbeitslosengeld und Hartz IV als „eine Art Coach“, der Bedürftigen hilft, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, Finanzen zu ordnen, Behördengänge zu erledigen oder richtig am Telefon aufzutreten. „Manchmal schlägt auch meine fahnderische Seite wieder durch.“

Die Sendung werde außergewöhnlich gut angenommen, so RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer. Es gebe ungewöhnlich viele Publikumsreaktionen. Viele Zuschauer würden sich mit Hilfeersuchen an Fürst wenden. Gerade habe man weitere fünf Folgen bei der Produktionsfirma geordert.

Quelle: op-online.de

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