SPD-Landratskandidat Carsten Müller stellt Programm vor

Sozialpolitik soll Profil schärfen

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Will mit seiner bürgernahen Ausrichtung die Wähler überzeugen: SPD-Landratskandidat Carsten Müller.

Frankfurt/Rhein-Main - Wer dieser Tage auf die Internetplattform „Wer kennt wen“ klickt, wird sich verwundert die Augen reiben. Von Jörn Polzin

Unter die etwa 6,1 Millionen Nutzer hat sich jetzt auch ein Vertreter der regionalen Politik gemischt: Carsten Müller, der Landratskandidat der SPD. „Es haben sich schon über 400 Leute gemeldet, die Carsten Müller kennen“, erklärte Wahlkampfleiter Norbert Schultheis gestern.

Man kennt ihn natürlich auch außerhalb des Internets, den designierten Herausforderer von Oliver Quilling (CDU) und langjährigen Kreisbeigeordneten sowie Sozialdezernenten unter Landrat Peter Walter (CDU). Wie er gegen Quilling, den Bürgermeister aus Neu-Isenburg, bei der Landratswahl am 27. September punkten will, verriet Müller gestern auf einer Pressekonferenz.

„Offen für Neues“ ist das Wahlkampfmotto des 37-jährigen Juristen aus Heusenstamm, der sich bürgernah präsentieren will. Die Basis seines Programms bildet das Dreieck aus Wirtschaftspolitik, Bildungslandschaft und sozialer Sicherheit.

In puncto Wirtschaftspolitik setzt der Sozialdemokrat auf ein „One-Step-Konzept“. Heißt: die Verknüpfung von lokaler und regionaler Wirtschaftsförderung. „Der Kreis muss dabei eine koordinierende Position einnehmen“, erklärte Müller. Überhaupt sieht er den Kreis in der Verantwortung, Verhältnisse zu schaffen, von denen alle 13 Kommunen profitieren. „Inhaltlich haben wir noch keine gemeinsame Marke.“

Mehr investieren und „nachliefern“ müsse man etwa in der Bildungspolitik. Müller will die Ganztagesangebote fördern und das lebenslange Lernen stärken. „In Seligenstadt ist das Haus des lebenslangen Lernens noch nicht richtig angekommen“, hat der SPD-Mann festgestellt.

Generell sei im Bildungssystem Augenmaß gefragt. So unterschieden sich die Voraussetzungen in den einzelnen Kommunen deutlich. „In Neu-Isenburg steht das Thema alleinerziehende Mütter im Mittelpunkt, in Dietzenbach geht es hauptsächlich um die Integration der Menschen mit Migrationshintergrund.“ Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt in Müllers Programm eine große Rolle. So soll das Angebot der Kitas im Kreis erweitert werden und die Jugendberufshilfe verstärkt den Heranwachsenden zur Seite stehen. „In der Sozialpolitik unterscheidet sich sicher die Ausrichtung von Oliver Quilling und mir“, verriet Müller und bezog sich dabei in erster Linie auf das Familienbild. Dass die Unterstützung der Bundes-SPD aufgrund der parallel stattfindenden Bundestagswahlen überschaubar sein wird, sieht der Sozialdemokrat gelassen. „Es geht hier um eine Personenwahl.“ Eines hat sich Müller fest vorgenommen: „Ich werde alles daran setzen, nicht als Zweiter ins Ziel zu kommen.“

Quelle: op-online.de

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