US-Wahlparty im English Theatre Frankfurt

Später Jubel zu früher Morgenstunde

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Dennis Phillips, Vorsitzender der Democrats Abroad, freut sich über den Wahlsieg.

Frankfurt - Um 5.18 Uhr gab es kein Halten mehr. Als der amerikanische Nachrichtensender CNN die Wiederwahl Barack Obamas als Präsident der USA prognostizierte, fielen sich die Menschen im Saal und in der James Bar des English Theatre Frankfurt in die Arme. Von Christian Riethmüller

Andere ballten die Faust und jauchzten „We’ve won“ - „Wir haben gewonnen“. Die Anhänger der Demokraten befanden sich zu dieser frühen Stunde klar in der Überzahl, während einige Republikaner mit enttäuschten Blicken auf die Leinwände starrten: Ihr Kandidat Mitt Romney würde in den entscheidenden „Swing States“ Ohio und Florida das Nachsehen haben, rechnete CNN-Experte John King vor.

Zwischen hundert und zweihundert Gäste hatten sich im English Theatre die ganze Wahlnacht um die Ohren geschlagen, aufrechtes Fähnlein einer um Mitternacht noch gut 1000 Köpfe zählenden Gästeschar des amerikanischen Generalkonsulats Frankfurt. Die diplomatische Vertretung der USA am Main hatte zur größten Wahlparty in Deutschland geladen.

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Wie Walter Wieland, Pressereferent des Generalkonsulats sagte, hatten sich etwa 1300 Gäste zur „US Election Night 2012“ angemeldet, von denen rund 1000 auch gekommen sein dürften. Der Andrang war jedenfalls so groß, dass die Räumlichkeiten des English Theatre im Keller des Galileo-Hochhauses gar nicht ausreichten und die Commerzbank als Hausherrin auch das Foyer und die Kantine des Gebäudes für die Besucherscharen geöffnet hatte.

Verhaltene Reaktionen

Bei Kaffee und Kuchen, Eistee und Brownies, Wraps und Bier drängten sich die Massen im Foyer, lauschten einer Live-Band, die mit Blues- und Soul-Klassikern unterhielt, hofften auf ein Stück vom traditionellen „Election cake“, den Generalkonsul Kevin C. Milas gegen Mitternacht anschnitt, und tauschten ihre Gedanken zum Wahlausgang aus.

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Als gegen 2 Uhr die ersten Hochrechnungen gemeldet wurden, blieben die Reaktionen verhalten. Romney lag zu dieser Zeit noch in Front, während die Sympathien der Frankfurter Beobachter - Amerikaner wie Deutsche - mehrheitlich dem Amtsinhaber galten. Gelegentlicher Beifall war zu hören, wenn CNN Ergebnisse von den zeitgleich mit den Präsidentschaftswahlen abgehaltenen Kongresswahlen meldete und die Demokraten wieder einen Senatssitz mehr gewonnen hatten.

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Dennis Phillips war der innerliche Jubel bei diesen Meldungen anzusehen. Der 69-jährige Amerikaner ist Vorsitender der Democrats Abroad, Auslandssektion der US-Demokraten in Frankfurt. Er hatte unter den im Rhein-Main-Gebiet lebenden Amerikanern kräftig die Werbetrommel für Barack Obama gerührt und durfte am Mittwochmorgen um 5.18 Uhr die Freudenfaust auch für seinen persönlichen Einsatz ballen. Philipps’ Landsmann Thomas Leiser konnte dagegen allenfalls die Faust in der Tasche ballen. Er ist Deutschlandchef der Republicans Abroad, und für die gab es auch in Frankfurt nichts zu holen.

Quelle: op-online.de

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