Klage über Folgekosten der Krise

Sparda-Bank geht in die Offensive

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Frankfurt - Die Sparda-Bank Hessen klagt über gestiegene Kosten. Gleichzeitig ist sie trotz niedriger Zinsen weiter auf Wachstumskurs. Von Marc Kuhn 

Ähnlich wie Volksbanken wehrt sich auch die Sparda-Bank Hessen dagegen, für die Folgen der Finanzkrise mit privaten Geldhäusern in Sippenhaft genommen zu werden. So beklagte sich ihr Vorstandschef Jürgen Weber gestern in Frankfurt über die Kosten von regulatorischen Maßnahmen etwa für Investitionen im Rechenzentrum und der Schaffung neuer Stellen. Im vergangenen Jahr hätten sie rund drei Millionen Euro gekostet. Weber rechnet mit deutlich steigenden Ausgaben.

„Das ist noch nicht alles“, sagte er mit Blick auf die geplante Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank und den Abwicklungsfonds, der von den Geldinstituten finanziert werden soll. Weber sprach von einer konservativen Geschäftspolitik der Sparda-Bank - „ohne im spekulativen Bereich tätig zu sein“. Die regulatorischen Maßnahmen würden sein Haus mit der gleichen Härte treffen wie Aktiengesellschaften. Sie würden ein „gut funktionierendes Bankensystem in Bedrängnis“ bringen. Weitere Kosten sind durch die Umstellung auf den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr entstanden. Die Sparda-Bank liege im Zeitplan, berichtete Weber. „Wir sind nicht schuld, dass Sepa verschoben werden musste“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende und fügte hinzu: „Es hat natürlich auch Geld gekostet.“

Derweil ist die Sparda-Bank Hessen 2013 trotz der Niedrigzinspolitik in Europa auf Wachstumskurs geblieben. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr, sehr zufrieden“, erklärte Weber. Er rechnet mit weiterhin niedrigen Zinsen. Die Bilanzsumme sei um 2,3 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro gestiegen. Der Überschuss habe sich um 4,7 Prozent auf 11,2 Millionen Euro erhöht. Das operative Ergebnis sei um 23,8 Prozent auf 34,3 Millionen Euro geklettert.

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Bei ihren Anlagen setzen die Kunden weiter auf sichere Angebote. Die Einlagen seien auf fast 4,5 Milliarden Euro nach 4,3 Milliarden Euro im Vorjahr gestiegen, sagte Weber. Vor allem Tagesgeld und Festzins-Anlagen sind gefragt gewesen.

Die Sparda-Bank konnte ihr Zinsergebnis 2013 um 8,7 Prozent auf 85,4 Millionen Euro erhöhen. Das Provisionsergebnis stieg um 13,5 Prozent auf 15,1 Millionen Euro. Ein stolzes Plus, wie Weber erklärte. Auch Kredite waren bei der Spada-Bank gefragt. Ihr Bestand erhöhte sich 2013 um 3,9 Prozent auf gut 2,3 Milliarden Euro. „Von einer Kreditklemme kann keine Rede sein“, berichtete Weber. „So preiswert konnte man noch nie an eine Baufinanzierung kommen.“ Die Sparda-Bank hat die Zahl ihrer Kunden im vergangenen Jahr auf gut 37.400 gesteigert, die Zahl der Mitglieder auf mehr als 290.000.

Quelle: op-online.de

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