Krisen-Folgen treffen Institut in Hessen

Sparda-Bank zufrieden mit Stadion-Filiale

Frankfurt - Die Sparda-Bank Hessen spürt die Folgen der Finanzkrise. Vorteilhaft haben sich die Baufinanzierungen auf das abgelaufene Geschäftsjahr ausgewirkt. Von Marc Kuhn

Mit der Entwicklung ihrer neuen Filiale im Stadion der Kickers Offenbach auf dem Bieberer Berg zeigt sich die Sparda-Bank Hessen sehr zufrieden. Von einer guten Entscheidung und einem schönen Aufwärtstrend sprach der Vorstandsvorsitzende des genossenschaftlichen Instituts, Jürgen Weber, gestern bei der Vorlage der Geschäftszahlen in Frankfurt. „Die Investition hat sich gelohnt.“ Derweil treffen die Auswirkungen der Finanzkrise die Sparda-Bank. „Wir als Privatkundenbank haben das auch gespürt“, erklärte Weber.

Kreditbestand auf 2,2 Millionen Euro gestiegen

Nicht zuletzt wegen der extrem niedrigen Zinsen als Folge der Politik der Europäischen Zentralbank ist der Kreditbestand 2012 nach seinen Worten um 3,7 Prozent auf mehr als 2,2 Milliarden Euro gestiegen. Zu der Entwicklung habe auch die Erhöhung der Grunderwerbssteuer zum 1. Januar von 3,5 auf 5 Prozent beigetragen. Das Geschäft mit Baufinanzierungen sei im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent auf 355 Millionen Euro gestiegen. Da Weber in den nächsten Jahren nicht mit „signifikanten Änderungen“ beim Zinsniveau rechnet, geht er von einer weiterhin positiven Entwicklung bei den Kundenkrediten aus.

Die Einlagen der Kunden hätten sich um 1,9 Prozent auf über 4,3 Milliarden Euro erhöht, berichtete Weber weiter. Sie setzen auf sichere Produkte wie zum Beispiel das Tagesgeld.

Niedrige Zinsen machen Sparda Bank zu schaffen

Die niedrigen Zinsen machen auch der Sparda-Bank zu schaffen. Weber sprach von einem „Einbruch beim Teilbetriebsergebnis von etwa 22 Millionen Euro“ - es sank auf 27,1 Millionen Euro. Das sei die „Schattenseite der Finanzkrise.“ Verantwortlich für diese Entwicklung machte der Chef der Sparda-Bank Hessen vor allem das 2012 von 96,9 auf 79 Millionen gesunkene Zinsergebnis. Darin fließt unter anderem der Eigenhandel des Geldhauses ein.

Bilder von der Grundsteinlegung

Grundstein für das neue Stadion

Weber sagte, das Geschäftsmodell der Sparda-Bank sei auf Sicherheit und Kontinuität ausgelegt. Deshalb müsse sie sich auch mit „niedrigeren Konditionen zufriedengeben“. Das Provisionsergebnis ist mit 12,6 Millionen Euro im Vergleich mit dem Vorjahr nahezu gleich geblieben.

Mitgliederzahl gestiegen

Trotz der Einbußen im Teilbetriebsergebnis ist der Jahresüberschuss der Sparda-Bank Hessen nur von 11,7 Millionen Euro 2011 auf 10,6 Millionen im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Bilanzsumme ist um 2,3 Prozent auf mehr als 5,1 Milliarden Euro gestiegen. Mit einer Kernkapitalquote von 11,4 Prozent erfülle die Sparda-Bank bereits die Anforderungen von Basel III, sagte Weber. Die Zahl der Mitglieder der Sparda-Bank Hessen ist 2012 um 1,9 Prozent auf über 285.380 gestiegen. Die Genossenschaftsbank betreute gut 369.000 Kunden.

Quelle: op-online.de

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