Kindertagesstätten zehn Prozent billiger bauen

Sparen bei Ausstattung

Frankfurt - Wenn über Strategien gegen die Verschuldung der öffentlichen Haushalte geredet wird, gilt die Idee, Standards zu senken, neben der Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit als eines der letzten Mittel.

Auch im hochverschuldeten Kreis Offenbach wird die Ausstattung und Ausrüstung von Einrichtungen zunehmend Thema der Spardebatte.

Jetzt könnte die Nachbarstadt Frankfurt zum Vorbild werden: Planungsdezernent Olaf Cunitz und Bildungsdezernentin Sarah Sorge (beide Grüne) haben ein Konzept vorgelegt, nach dem beim Bau neuer Kindertagesstätten zehn Prozent der Kosten eingespart werden sollen. Dies würde die Stadt bei den gegenwärtig geplanten Kitas um 2,6 Millionen Euro entlasten. Eine Kita mit fünf Gruppen könnte um bis zu 350.000 Euro billiger werden, wenn alle Sparpotentiale genutzt würden. Einsparungen verminderten nicht die Qualität der Kinderbetreuung, beteuerte eine Sprecherin des Bildungsdezernats. Kitas kosten in Frankfurt teilweise mehr als sechs Millionen Euro. Einen großen Anteil macht das Grundstück aus, dessen Preis nicht variabel ist.

Keine Luxus-Kitas mehr

Gespart werden soll dadurch, dass man Verkehrsflächen wie Flure, Treppenhäuser, Aufzugsschächte und Fluchtbalkone verkleinert. Zwar wurden von den Politikern Vorwürfe, Frankfurt baue „Luxus-Kitas“, zurückgewiesen. Trotzdem scheint klar, dass die Kosten im Vergleich recht hoch sind. Eine Analyse der bereits gebauten Kitas unter Berücksichtigung des Baukostenindex der Architektenkammer für Kita-Neubauten in ganz Deutschland habe ergeben, dass man nicht zu schön, aber zu groß baue, konzedierte das Bildungsdezernat.

Für Nutzflächen wie Gruppen-, Personal- und Besprechungsräume, deren Größe im Raumprogramm der Stadt festgelegt ist, gebe Frankfurt nicht mehr Geld aus, wie andere Städte, so das Ergebnis einer Arbeitsgruppe. Offensichtlich aber sei der relativ hohe Kostenanteil der bereits erwähnten Verkehrsflächen. Die Bauverwaltung wird nun versuchen, deren Anteil von 35 auf 29 Prozent zu senken.

Geplant ist, ein weiteres Raumprogramm durch die Stadtverordnetenversammlung beschließen zu lassen, das auch Obergrenzen für ergänzende Nutzflächen wie Toiletten, Abstellräume, Garderoben und Küchen setzt. Das Gleiche ist für Verkehrs- und Konstruktionsflächen vorgesehen. Die Gruppenräume sollen um fünf Prozent auf 70 Quadratmeter verkleinert werden. Weitere Vorschläge betreffen Eltern-, Sanitäts- und Integrationsräume.

mic

Quelle: op-online.de

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