Sparkasse Langen-Seligenstadt feiert 175. Geburtstag

Stets Zeichen der Zeit erkannt

Klaus Zoufal

Offenbach - Die Sparkasse Langen-Seligenstadt feiert im Jahr 2015 ihr 175-jähriges Jubiläum. Wir haben ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden geführt.

Die Sparkasse Langen-Seligenstadt sieht sich im Jahr ihres 175. Geburtstages auf Erfolgskurs. „Die Bilanzsumme beläuft sich auf 3,2 Milliarden Euro. Damit gehören wir zu den zehn größten der 50 Sparkassen in Hessen-Thüringen“, sagte Klaus Zoufal, ihr Vorstandsvorsitzender, im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Marc Kuhn.

Die Sparkasse Langen-Seligenstadt feiert im Jahr 2015 ihr 175-jähriges Jubiläum. Eine Bilanz.

Wir haben seit mehr als 63.000 Tagen unternehmerisch etwas zu bieten. Wir gehören zu den wenigen Firmen in der Region, die sich über lange Zeiträume immer wieder weiterentwickelt haben. Wir haben uns den Menschen und den Unternehmen in veränderten Anforderungen immer wieder angepasst. Deshalb schauen wir mit einer gewissen Zufriedenheit, mit Stolz und zugleich Demut auf die erfolgreichen 175 Jahre zurück. Die Kunden vertrauen uns. Die Sparkasse Langen-Seligenstadt ist in einer der attraktivsten deutschen Regionen zuhause. Deshalb befinden wir uns aber auch - in Verbindung mit dem Bankenzentrum Frankfurt - in einer besonderen Wettbewerbslage, der wir uns aktiv stellen.

Wie wird der Bürger auf ihr Jubiläum aufmerksam?

Alle unsere Veranstaltungen wie auch die Förderungen werden – im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat – in diesem Jahr unter das Dach des besonderen Geburtstags gestellt - zum Beispiel die Burgfestspiele, die Unternehmerforen und -frühstücke. In jeder der zwölf Trägerkommunen und gemeinsam mit dem Kreis Offenbach sind zahlreiche Veranstaltungen geplant – zum Beispiel die Nacht der Chöre in Obertshausen oder die Kunstausstellung in Hainburg. Wir haben Angebote für die Privat- und für die Firmenkunden. Auch die Jugend ist über die Aktivitäten unserer Stiftungen eingebunden – über den Jugendförderpreis oder die Begabtenförderung. Wir haben bewusst auf unsere bewährten Veranstaltungen zurückgegriffen. In einer Zeit der niedrigen Zinsen kann man nach dem Selbstverständnis der Sparkasse nicht viel zusätzliches Geld für ein Jubiläum ausgeben. Wir haben unseren Etat daher lediglich um 500 000 Euro aufgestockt, wovon 350 000 Euro unseren Stiftungen – der Stiftung Sparkasse Langen-Seligenstadt und der Stiftung für Kinder und Jugendliche unserer Region – Stiftung der Sparkasse Langen-Seligenstadt – zur Verfügung gestellt werden.

Wie feiert die Sparkasse Langen-Seligenstadt?

Am 9. September gibt es einen Festakt in der Stadthalle in Langen mit Gerhard Grandke, dem Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen. Er wird die Festrede halten. Wir erwarten 800 bis 1000 geladene Besucher. Beim Unternehmerforum am 16. März im Kreishaus in Dietzenbach werden wir mehrere hundert Geschäfts- und Firmenkunden zu Gast haben. Für die Vorträge wurden der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, und die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen, Gertrud Traud, gewonnen.

Welchen Stellenwert haben Sparkassen in der deutschen Finanzbranche?

Die Sparkassenorganisation ist die größte deutsche Bankengruppe. Sie hat sich nicht nur in der Finanzkrise gut geschlagen. Früher galten wir als eher verstaubt. Das konservative Konzept hat sich aber bewährt. Modernisierungen sind zudem erfolgreich angeschoben worden. Wir sind im Internet wie auch mobil aktiv. Wir haben die Spezialisierungen, die der Kunde erwartet, vollzogen.

Wie viele Kunden hat die Sparkasse Langen-Seligenstadt?

Wir haben rund 200.000 Kunden. Etwa 190.000 davon sind Privatkunden. Rund zwei Drittel der hiesigen Bevölkerung sind unsere Kunden.

Wie stellt sich die wirtschaftliche Situation der Sparkasse im Jubiläumsjahr dar?

Die Bilanzsumme beläuft sich auf 3,2 Milliarden Euro. Damit gehören wir zu den zehn größten der 50 Sparkassen in Hessen-Thüringen. Wir stellen etwa 2,5 Milliarden Euro den Kunden als Kredite zur Verfügung. Die Kundeneinlagen haben fast die gleiche Höhe. Wir sind ein sehr eigenkapitalstarkes Haus. Die Quote beläuft sich auf mehr als 27 Prozent. So haben wir eine gute Grundlage, um unsere Geschäfte voranzutreiben.

Wie viele Mitarbeiter haben sie?

Wir haben in der Sparkasse etwa 740 Mitarbeiter. Dazu gehören 56 Auszubildende. Die Sparkasse bildet bewusst und über Bedarf aus. Für das nächste Jahr haben wir bereits 20 junge Leute unter Vertrag nehmen können. Pro Jahr gibt es zwischen 400 und 600 Bewerbungen. 20 bis 30 Jugendliche werden eingestellt. Wir bilden derzeit nicht nur Bankfachkräfte aus, sondern auch Fachinformatiker. Zudem arbeiten wir mit der Berufsakademie in Rödermark zusammen. Dort werden drei junge Leute im dualen Studium im Bereich der Wirtschaft und zwei im Bereich IT ausgebildet.

Wie hat sich das Filialnetz entwickelt?

Wir hatten bei der Fusion im Jahr 1992 44 Geschäftsstellen. Die haben wir bis heute. Allerdings sind sechs in SB-Niederlassungen umgewandelt worden. Wir wollen diese Struktur grundsätzlich beibehalten. Wir legen großen Wert auf die persönliche und langfristige Beziehung zu unseren Kunden. Wir haben auch Zentren für spezialisierte Beratungen aufgebaut – für Geschäfts- und Firmenkunden sowie für Kunden, die einen gehobenen Anlagebedarf haben.

Welche Rolle spielt das Onlinebanking?

Mehr als 60.000 Kunden nutzen es. Für die Zukunft ist das Sowohl-als-Auch entscheidend. Unsere Kunden wünschen Filialen, SB-Angebote und das Onlinebanking. Aber auch der Mobile-Bereich ist zunehmend wichtiger.

In einer Zukunftsfiliale im Haus des lebenslangen Lernens in Dreieich will ihre Sparkasse moderne Technik mit einer SB-Niederlassung verbinden. Wie sieht das neue Konzept genau aus?

Das ist ein Prototyp, der bisher einmalig in Deutschland ist. Viele Sparkassen kommen zu uns und schauen sich das an. Es soll eine Erlebniswelt geschaffen werden. Neben dem Geldautomaten und dem Überweisungsterminal bieten wir ein Informations- und Unterhaltungsangebot, in dem unter anderem Nachrichten verbreitet werden. Es gibt auch eine Handy-Ladesäule sowie Informationen zum RMV und zum Mensaplan. Darüber hinaus können Beratungstermine angefragt werden.

Wann kommt der Prototyp zum Einsatz?

Es ist eine Pilotierung eines neuen Konzeptes. Abhängig von der zu sammelnden Erfahrung werden wir entscheiden, welche Elemente in den Filialen umgesetzt werden.

Wo sehen Sie Wachstumspotenzial für die Sparkasse?

Wir planen weiteres deutliches Wachstum im Kundengeschäft. Interessant ist vor allem auch die Immobilienfinanzierung. Wir bieten dem Kunden Beratung, wo und wann er will. Wir haben eine Spezialisten-Truppe, die wir ausbauen werden.

Welchen Zinssatz bietet die Sparkasse an?

In unserem Jubiläumsangebot bieten wir für die Immobilienfinanzierung bei einer Laufzeit von acht Jahren einen Zinssatz von derzeit 1,79 Prozent. Bei jeder Beratung werden öffentliche Fördermöglichkeiten angesprochen. Ein weiterer Wachstumsbereich ist übrigens die Altersvorsorge.

Der Staat hat Beratungsprotokolle und andere Maßnahmen eingeführt, um Verbraucher besser zu schützen. Was halten Sie davon?

Sie haben in der bewährten Qualität unserer Beratung keinen wirklichen Mehrwert. Sie haben stattdessen deutlich mehr formalen Aufwand nach sich gezogen. Wir würden die Zeit, die wir für Formalien brauchen, lieber für Beratungen einsetzen.

Quelle: op-online.de

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