Der Spaß-Tourist

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Clowns unter sich: Der Schweizer André Broger bringt derzeit im Zirkus Charles Knie das Publikum zum Lachen.

Frankfurt - Um ein vollbesetztes Zirkuszelt zum Lachen zu bringen, bedarf es nur es nur eines kleinen Besens. Vielleicht auch noch eines Spielflugzeugs mit einem Teddybären darin, aber das sollte eigentlich schon genügen. Von Christian Riethmüller

Das sagt zumindest der Schweizer André Broger, und der muss es wissen. Schließlich reichen ihm diese wenigen Requisiten, um als Clown André jeden Tag aufs Neue die Menschen zu erheitern. Derzeit ist Broger in Frankfurt im Zirkus Charles Knie zu erleben, wo er auch todesmutig in eine Badewanne mit einem Hai steigt - sehr zum allgemeinen Amüsement.

Wenn man Broger außerhalb der Manege begegnet, fallen sofort seine verschmitzten Augen auf, doch sonst würde man in dem 44-Jährigen nicht sofort den Faxenmacher entdecken wollen. Wie Broger erzählt, wurde er als Jugendlicher vom Zirkus-Fieber gepackt. Aufgewachsen im Zürcher Oberland, wo er auch eine Lehre als Schriftsetzer begann, verzauberte ihn bei einem Zirkus-Besuch die fremdartige Welt derart, dass er in seiner Freizeit begann, Zirkus-Nummern und Clownereien einzustudieren. 1983 bewarb er sich bei einem kleinen Schweizer Zirkus und wurde engagiert.

Beziehungen halten nicht immer stand

Seit 1984 steht Broger in der Manege und ist dabei zu einem der Stars des Genres aufgestiegen. Er hat bei Zirkusfestivals Preise gewonnen, darunter auch 1996 in Monte Carlo; er war bei berühmten Unternehmen wie dem Zirkus Krone engagiert; er hat in ganz Europa gespielt und dabei so viel von der Welt gesehen, dass er im Kollegenkreis der „Tourist“ genannt wird. Wie er gesteht, hat die ständige Reiserei aber auch ihre Schattenseiten. Beziehungen halten solchen Belastungen nicht immer stand, seine Tochter sieht er nur noch in den Ferien.

Die sind bei einem Clown, wie bei jedem anderen Zirkus-Künstler wohl auch, meist knapp bemessen.

Wenn Brogers Engagement beim Zirkus Charles Knie im November endet, wird er direkt im Anschluss mit einem französischen Unternehmen eine Weihnachtszirkus-Tournee unternehmen. „Clowns werden ja erst ab 50 Jahren richtig gut, weil sie dann die Erfahrung haben“, schmunzelt Broger und gibt damit auch gleich vor, seiner Berufung noch viele Jahre folgen zu wollen.

Da könnte durchaus auch wieder ein eigenes Projekt folgen, ein Sommerlager für Kinder etwa oder ein eigenes Zirkusprogramm, wie er es schon einmal mit einem Freund in Singapur auf die Beine gestellt hat. Dort, am Äquator, präsentierten sie einige Monate lang den „Swiss Dream Circus“.

Jetzt steht aber erst einmal Frankfurt auf dem Programm, wo Clown André noch bis zum 20. März für Lachsalven sorgen wird.

Quelle: op-online.de

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