Die Lücke schließen

+
Ein insgesamt 2,2 Kilometer langer Autobahnabschnitt mit dem 1,1 Kilometer langen Riederwaldtunnel als Kernstück soll im Frankfurter Osten die Lücke zwischen den Autobahnen 66 und 661 schließen. Die Baumaßnahme soll 2017/2018 abgeschlossen sein.

Frankfurt - Pfiffe, Getrommel, Buhrufe. Unter lautstarkem Protest einiger Vertreter verschiedener Bürgerinitiativen ist am Mittwoch symbolisch eines der am längsten geplanten Verkehrsprojekte im Rhein-Main-Gebiet gestartet worden: Der Bau des Riederwaldtunnels im Frankfurter Osten. Von Christian Riethmüller

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und der hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) setzten gestern auf der Baustelle unweit des FSV-Stadions am Bornheimer Hang den ersten Spatenstich.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hört sich am Mittwoch nach dem ersten Spatenstich für den Riederwaldtunnel die Argumente von Gegnern des Autobahnausbaus an, die mehr Schutz vor Lärm und Abgasen fordern

Was viele staugeplagte Pendler gerade aus dem Main-Kinzig-Kreis jubeln lassen dürfte, ist für etliche Anwohner in den östlichen Stadtteilen der Mainmetropole eher eine alptraumhafte Vorstellung. Zwar ist der etwa 1.100 Meter lange Tunnel das Kernstück des Lückenschlusses der Autobahn 66 zur Ostumgehung Frankfurt, der Autobahn 661, doch letztlich nur ein Abschnitt eines längeren Stücks Autobahn, das durch ein Wohngebiet führt. Das „Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn“, zu dem sich mehrere Bürgervereinigungen und Anwohnerinitiativen zusammengeschlossen haben, fordert daher wegen der befürchteten Lärmbelastung eine vollständige Einhausung der Autobahnen 66 und 661.

Erdwälle gegen Straßenlärm

Eine solche Einhausung wird es aber wohl nicht geben, weil sie zu teuer käme. Tiefensee verwies in seiner immer wieder von Zwischenrufen unterbrochenen Ansprache auf umfangreiche Vorhaben, die die Lärmbelastung für die Anwohner mindern sollen. Unter anderem sollen Lärmschutzwände errichtet werden, außerdem der Erdaushub des Tunnels auf insgesamt fünf Kilometern Länge an der Autobahn 5 in Frankfurt und an der Bundesstraße 3 in Bad Vilbel abgelagert werden. Diese Erdwälle sollen ebenfalls vor dem Straßenlärm schützen.

Lesen Sie auch:

Spatenstich unter Protest.“

Der Bau des Riederwaldtunnels ist nur ein Aspekt des rund 175 Millionen Euro teuren Projekts, zu dem auch das künftige Autobahndreieck „Erlenbruch“ und die neue Anschlussstelle „Borsigallee“ im Stadtteil Bergen-Enkheim gehören. Bereits in Angriff genommen ist der Bau der noch fehlenden westlichen Fahrbahn zwischen den Anschlussstellen „Frankfurt, Friedberger Landstraße“ und „Frankfurt Ost“ an der Autobahn 661. Damit wird die nur teilweise vorhandene Ostumgehung Frankfurt vervollständigt. Hierfür werden 36 Millionen Euro investiert.

Bauvorhaben soll 2017/2018 abgeschlossen sein

Nach den Vorstellungen des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung soll das Bauvorhaben 2017/2018 abgeschlossen sein. Im Tunnel wird mit einem durchschnittlichen Verkehrsaufkommen von 86.000 Fahrzeugen pro Tag gerechnet. Auf den Riederwald soll nach Fertigstellung des Baus noch ein Aufkommen von 13.000 Fahrzeugen täglich entfallen, schätzt das Ministerium.

Ob diese Schätzungen in acht, neun Jahren noch Bestand haben und vor allem der Tunnel fertiggestellt sein wird, ist noch völlig offen. Gegen den Bau sind verschiedene Klagen anhängig, über die der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel noch nicht verhandelt oder noch nicht entschieden hat.

Quelle: op-online.de

Kommentare