Spatenstich unter Protest

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Mit einem Transparent mit der Aufschrift "Lasst uns unsere Ruhe" stehen Gegner eines Autobahnausbaus am Mittwoch in Frankfurt am Main am Rande des ersten Spatenstichs für den Riederwaldtunnel.

Frankfurt/Main - Der erste Spatenstich ist erfolgt: Der Bau des seit Jahrzehnten geplanten und umstrittenen Riederwaldtunnels hat begonnen. Begleitet wurde der Auftakt der Bauarbeiten von wütenden Protesten.

In Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) erfolgte am Mittwochmorgen der von vielen Pendlern lang ersehnte Spatenstich für ein äußerst umstrittenes Projekt: den Riederwaldtunnel in Frankfurt.

Das 1100 Meter lange Bauwerk soll die Lücke zwischen der Autobahn 66 aus Osthessen und der Frankfurter Ostumgehung (A 661) schließen.  Insgesamt beträgt der Bauabschnitt rund 2,2 Kilometer und soll 2017/18 fertig sein. Dann sollen geschätzt 86 000 Fahrzeuge auf drei Fahrspuren je Richtung direkt von der A661 auf die A66 und umgekehrt wechseln können.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hörte sich die Argumente von Gegnern des Autobahnausbaus an, die mehr Schutz vor Lärm und Abgasen fordern.

Derzeit kommen über die A 66 täglich rund 90 000 Autos in die Stadt, die sich am Ende der Autobahn ihren Weg auf Nebenstrecken in die Innenstadt suchen. Für viele Pendler - vor allem aus dem Main-Kinzig-Kreis - bedeutet der Ausbau eine große Erleichterung, da deren Fahrt auf der A66 bislang im Gewerbegebiet Enkheim endet. Für die rund drei Kilometer Richtung Innenstadt ist danach meist Stop-and-Go angesagt - eine eigentlich kurze Strecke, die aber häufig bis zu einer Stunde dauert. Zudem ist der Stadtteil Riederwald durch die Blechlawine teilweise regelrecht von der restlichen Stadt abgeschnitten.

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Der Spatenstich und die Reden der Verkehrsminister wurden von Vertretern mehrerer Aktionsbündnisse mit Trillerpfeifen und Trommeln gestört. Sie werfen Landes- und Bundesregierung vor, eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes zum Bau des Riederwaldtunnels nicht abzuwarten und sprachen von einer „Wahlkampfshow“.

Die Gegner, darunter das Aktionsbündnis „Unmenschliche Autobahn“ (Aua), hatten den geplanten Autobahnausbau jahrzehntelang bekämpft. Sie fordern vor allem mehr Lärmschutzmaßnahmen sowie Schutz vor Abgasen. Auch vor Gericht ist bereits gestritten worden. Anwohner befürchten, dass der Verkehr auf der neuen Strecke völlig aus dem Ruder laufen könnte und hier eine neue Achse zur Autobahn A3 aus Richtung Maintal gezogen wird. Sie kritisieren außerdem das große Autobahnkreuz, das die Ingenieure im Frankfurter Osten planen.

dpa/hr/op-online

Quelle: op-online.de

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